Welches Ingenieurstudium passt zu mir?

Es gibt hunderte technische Studiengänge in Deutschland – welchen also wählen? Wir geben dir Tipps, wie du von einem großen Überblick zur differenzierten Auswahl kommst.

Was muss man studieren, um Ingenieur zu werden?

Es gibt unfassbar viele Studiengänge, die dir den Einstieg in einen Ingenieurberuf ermöglichen. Es gibt also nicht den einen Studiengang, mit dem man Ingenieur wird. Viele dieser Studiengänge schließen mit einem Bachelor of Engineering (B.Eng.) ab, du kannst aber auch mit einem Bachelor of Science (B.Sc.) einen technischen Beruf ergreifen. Der Abschluss allein verrät also nicht zwingend, ob man damit Ingenieur werden kann.

Technik und Technologie

Studiengänge, die von Grund auf technisch basiert sind und dich deshalb zum Ingenieur ausbilden, erkennst du schon daran, dass das Wort „Technik“ oder „Technologie“ bereits in der Bezeichnung steckt, zum Beispiel bei Medizintechnik oder Biotechnologie.

Informatik und IT

Auch alles, was mit Informatik und Informationstechnologien zu tun hat, ist ein gutes Sprungbrett in das Ingenieurwesen. Von Angewandter Informatik über Medieninformatik bis hin zu Bioinformatik ist das Angebot groß.

Naturwissenschaften

Im Ingenieurwesen hast du immer mit den Naturwissenschaften zu tun. Es liegt also nahe, dass man auch mit einem Abschluss in Physik, Biologie, Chemie oder Technischer Mathematik Ingenieur werden kann.

Studiengänge mit großem Technik-Anteil

Nicht immer verrät der Studiengangsname, wieviel Technik im Studium steckt. So ist besonders im Umweltbereich, also bei den Umweltwissenschaften oder im Umweltmanagement häufig mehr Technik drin als man vermuten würde. Auch mit so einem Studium kann man Ingenieur werden.

Die Berufsbezeichnung: Was ist ein Ingenieur?

Ist man also Ingenieur, sobald man etwas mit Technik studiert hat? Ja, im Prinzip schon. Der Anteil an technischen Fächern muss allerdings überwiegen. Die Bundesingenieurkammer drückt es so aus:

"Die Berufsbezeichnung Ingenieur allein oder in einer Wortverbindung darf führen, wer das Studium einer technisch-ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtung mit mindestens sechs theoretischen Studiensemestern an einer deutschen, staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder Berufsakademie oder Bergakademie mit Erfolg abgeschlossen hat und dieser Studiengang überwiegend von ingenieurrelevanten MINT-Fächern geprägt ist."

Das Berufsbild des Ingenieurs. Gemeinsame Eckpunkte der Ingenieurkammern der Länder.

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Welche Ingenieur-Studiengänge gibt es?

Neben den Klassikern Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Co. gibt es jede Menge weitere spannende Fächer, von denen du vielleicht noch nie gehört hast. Oder wusstest du, dass es Studiengänge gibt, die sich nur um Oberflächentechnik, Energetische Gebäudeoptimierung, Holztechnologie, Civil Engineering oder Biofasertechnik drehen? Die Liste der auf einen bestimmten Fachbereich spezialisierten Studiengänge ist unendlich. Ingenieurwissenschaftliche Studiengänge gibt es rund um die Themen

Alle diese Fachrichtungen sind sehr unterschiedlich und verlangen individuelle Interessen und Stärken. Wie also bei der Studienwahl vorgehen?

Welches Ingenieurstudium passt zu mir? 6 Tipps

1. Das Angebot sichten

Alle technischen Studiengänge, die in Deutschland angeboten werden, findest du in unserer großen Hochschul-Datenbank. Damit kannst du dir im ersten Schritt einen guten Überblick über die Vielfalt der Studiengänge und der Hochschulen machen.

Zur Hochschul-Datenbank mit allen Studiengängen

2. Das Berufsfeld eingrenzen

Es kann zwar nicht schaden, am Anfang für alles offen zu sein, nach einer ersten Sichtung des Angebots, wirst du jedoch sicherlich schnell eine Tendenz feststellen. Bist du beispielsweise ein Fan von Erneuerbaren Energien oder willst allgemein an Umweltinnovationen Teil haben, dann ist sicherlich ein Studium im Bereich Energietechnik, Umwelttechnik, Umweltwissenschaften oder ähnliches das Richtige für dich. Wer etwa gerne im Freien arbeitet, kann das Gebiet Gartenbau ins Auge fassen. Wer gerne mit kleinsten Teilen bastelt, wird vielleicht mit der Mikroelektronik glücklich. Andersrum kannst du Medizintechnik, Radiologietechnologie oder Optometrie direkt ausschließen, wenn der Gesundheits- und Medizinsektor so gar kein Fünkchen Interesse bei dir auslöst.

Versuch also erstmal das Berufsfeld etwas einzugrenzen, um dich im Anschluss über konkrete Studiengänge zu informieren. Wenn die dir dann doch nicht zusagen, kannst du ja immer noch weiter recherchieren.

3. Über einzelne Studiengänge im Detail informieren

Im nächsten Schritt solltest du etwas genauer hinsehen: Was beinhaltet der Studiengang X konkret? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen? Welche Berufe kann man danach typischerweise ergreifen? Hier helfen dir unsere ausführlichen Studiengangsbeschreibungen weiter. Wir versuchen dich zu so vielen Technik-Studiengängen wie möglich über das Wichtigste zu informieren: Studieninhalte, Voraussetzungen, Karriereoptionen und natürlich wo man den gewählten Studiengang in Deutschland studieren kann.

Zu den Studiengangsbeschreibungen

4. Karrieremessen und Studienberatungen besuchen

Auf Karrieremessen, die sich an Abiturienten richten, wie zum Beispiel "Einstieg", sind oft sowohl Hochschulen als auch Unternehmen vor Ort, die ihre (dualen) Studienprogramme vorstellen. Meistens kannst du mit Studierenden sprechen und sie mit Fragen zum Studium löchern. Und natürlich kannst du auch zur Studienberatung gehen. Entweder du machst eine allgemeine Studienberatung, die oft mit einem Interessentest verbunden ist (kostet meist recht viel) oder du gehst zur Studienberatung deiner Wunschhochschule und sprichst dort mit den Studiengangsverantwortlichen über deine Wünsche und Fragen.

5. Mit Anderen reden

Auch wenn es Eltern gibt, die ihrem Nachwuchs gerne die eigenen Ziele "aufschwatzen" möchten ‒ grundsätzlich ist der Austausch mit der Familie, Bekannten und Freunden bei der Studienwahl zu empfehlen. Und sei es nur, weil man im Gespräch mit anderen noch einmal die eigene Meinung reflektiert, wodurch einem vieles klarer werden kann. Dabei ist es natürlich wichtig, seine eigenen Ziele nicht zu vergessen. Einen Berufswunsch sollte man sich nicht einreden lassen, das kann schnell zum Scheitern oder zu Unzufriedenheit führen.

6. Praktika machen

Zuletzt sei noch auf den Punkt verwiesen, den die wohl meisten, wenn nicht sogar alle Studienberater als wegweisend anführen: Praktika, Praktika, Praktika. Wo sonst sollte man erfahren, wie es sich wortwörtlich anfühlt, einen bestimmten Beruf auszuüben? Obendrein sind die betrieblichen Erfahrungen ein Plus im Lebenslauf, manchmal sogar Voraussetzung für ein Studium. Vor der Bewerbung um einen Praktikumsplatz sollte man die Richtung natürlich schon ermittelt haben. Diese Erfahrung ist mehr das i-Tüpfelchen. Sie kann als Hinweis dienen, dass man es sich besser doch nochmal überlegen sollte ‒ oder als Bestätigung, dass der Studiengang wirklich zu einem passt.

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