Geodäsie Studium

Wie groß ist die Fläche Deutschlands? Wer prüft, ob eine Straße wie geplant gebaut werden darf? Wenn dich diese Fragen schon immer interessiert haben, dann ist ein Geodäsie Studium genau das Richtige für dich. Was du dafür idealerweise mitbringst, was dich im Studium erwartet und wie deine Karrierechancen nach dem Studium aussehen, das erfährst du in diesem Artikel.

Das Fach in Kürze

Die Geodäsie beschäftigt sich hauptsächlich mit raumbezogenen Daten. Friedrich Robert Helmert, Vater der modernen Geodäsie in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts, definierte die Geodäsie als "Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche". Genau damit wirst du dich im Studium beschäftigen. Dafür erlernst du verschiedene Messtechniken, mit denen du die Erdoberfläche exakt ausmessen kannst. Doch Daten alleine sind höchstens für Fachkundige interessant, daher wirst du dich im Geodäsie Studium auch ausführlich mit der korrekten Abbildung von raumbezogenen Daten beschäftigen.

Geodäsie im Vergleich

Es gibt viele geowissenschaftliche Studiengänge, die zwar alle Gemeinsamkeiten haben, sich in den Feinheiten aber doch voneinander unterscheiden. Beispielsweise gibt es die Geoinformatik, welche ihren Fokus besonders ausrichtet auf die Abbildung und Darstellung raumbezogener Daten. Anders als bei der Geoinformatik liegt bei einem Geodäsie Studium der Fokus auf der Vermessung vom Raum und der Erhebung von Daten. Die Geodäsie ist auch von den Geowissenschaften abzugrenzen, welche sich mit der Erde als solche beschäftigen. Dann gibt es noch die Geomatik, welche einen Zusammenschluss aus der Geodäsie und der Geoinformatik darstellt.

Wie du siehst, kannst du schon mit der Studienwahl entscheiden, wo dein persönlicher Schwerpunkt liegen soll. Wenn du also ein geowissenschaftliches Studium aufnehmen willst, dann schau dir unbedingt vorher die einzelnen Studiengänge an. So gehst du sicher, auch die Fächer zu studieren, die deinem Persönlichkeitsprofil am ehesten entsprechen.

Alle Studiengänge und Infos zum Geodäsie Studium

Du möchtest weitere Studienfächer sehen, die mit der Geodäsie fachverwandt sind? Auf unserer Übersichtsseite vom Fachbereich Energie, Umwelt & Infrastruktur findest du weitere ingenieurwissenschaftliche Studiengänge, die der Geodäsie ähnlich sind.

Voraussetzungen und NC

Bachelor

  • Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife (Abitur oder Fachabitur)

    • alternativ: berufliche Qualifikation oder höherer Fortbildungsabschluss (die genauen Regelungen zur Zulassung ohne Abi sind vom Bundesland und der Hochschule selbst abhängig)

  • ggf. Bestehen eines Auswahlverfahrens (NC)

Master

  • Hochschulabschluss in einem geowissenschaftlichen Fach
  • ggf. Bestehen eines Auswahlverfahrens (eigenes Verfahren der Hochschule, kann bestehen aus Motivationsschreiben, Nachweis von Berufserfahrung, Abschlussnote etc.)

Persönliche Voraussetzungen

Damit du einen einfachen und schnellen Einstieg hast in ein Geodäsie Studium, bringst du idealerweise schon ein paar Eigenschaften mit. Da die Geodäsie viel mit Daten arbeitet und sich um höchste Genauigkeit bemüht, solltest du dafür ein entsprechendes Verständnis mitbringen. Wenn du noch weitere der folgenden Merkmale ins Studium mitbringst, wird dir die Geodäsie umso leichter fallen:

  • Gute Noten in Mathematik und Physik
  • Interesse an Geographie
  • Einen Blick fürs Detail
  • Logisches Denken
  • Eine sorgfältige Arbeitsweise

Numerus Clausus (NC) für Geodäsie

Eine gute Nachricht für alle, deren Abitur nicht ganz so gut ausgefallen ist: Einen Numerus Clausus für ein Geodäsie Studium gibt es nur sehr selten. Die meisten Geodäsie Studiengänge sind demnach zulassungsfrei. Dennoch gibt es vereinzelte Hochschulen, die ein Geodäsie Studienplatz mit Zulassungsbeschränkung vergeben. Doch ist es bei diesen Studiengängen so, dass in der Vergangenheit alle Bewerber zugelassen wurden.

Studieninhalte

Ein Geodäsie Studium ist interdisziplinär aufgebaut – aus vielen Fachbereichen wird themenspezifisches Wissen gebündelt in einem Studiengang. Daher begegnen den Studierenden der Geodäsie viele unterschiedliche Themen. Das ist auch wichtig, denn geodätische Messtechniken können überall da zum Einsatz gebracht werden, wo eine Vermessung nötig ist. Da die Geodäsie sich vor allem der Mathematik bedient, solltest du in der Schule diesem Fach nicht abgeneigt gewesen sein. Ebenfalls trifft dies auf die Physik zu. Mit Computern solltest du ebenfalls nicht auf Kriegsfuß stehen, da du für die Aufarbeitung und Abbildung von erhobenen Daten viel am PC arbeiten musst.

In einigen Studiengängen der Geodäsie ist ein mehrwöchiges Praktikum vorgesehen, welches innerhalb der Studienzeit abgeleistet werden muss. Dies dient vor allem der Festigung des theoretischen Wissens in der Praxis. Außerdem kannst du so schon einmal die Luft der Berufswelt schnuppern und erste Einblicke ergattern.

Mögliche Module im Geodäsie Studium:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik & Geoinformatik
  • Vermessungskunde
  • Messtechnik
  • Geodätische Datenanalyse
  • Bild- & Datenverarbeitung

Im Rahmen eines Geodäsie Studiums gibt es oftmals die Möglichkeit, sich auf ein Themengebiet zu spezialisieren. Die Hochschulen bieten teils unterschiedliche Wahlpflichtmodule an. Solltest du also beispielsweise mit deinem Geodäsie Studium eine Karriere im Bauingenieurwesen anstreben, ist es sehr empfehlenswert, den Studienverlaufsplan deiner Wunschhochschule diesbezüglich zu überprüfen.

Mögliche Wahlpflichtmodule:

  • Ingenieurgeodäsie
  • Landmanagement
  • Hydrographie
  • Fernerkundung
  • Architekturphotogrammetrie
  • Satellitengeodäsie

Video-Einblick in das Geodäsie Studium

Du möchtest noch mehr erfahren zu den Inhalten und Aufbau eines Geodäsie Studiums? In diesem Video bekommst du Einblicke eines Geodäsie Studiums an der Universität Bonn.

Geodäsie Studium an der Uni Bonn

Dauer und Verlauf

Bachelor

  • Abschluss: Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Dauer: 6 bis 8 Semester
  • Studienform: Vollzeit
  • Besonderheiten: Oftmals muss ein Praktikum während der Studienzeit geleistet werden

Master

  • Abschluss: Master of Engineering (M.Eng.) oder Master of Science (M.Sc.)
  • Dauer: 3 bis 5 Semester
  • Studienform: Vollzeit, berufsintegrierend

Karriere und Gehalt

Überall da, wo man sich Klarheit über die Größe oder Form eines Objektes verschaffen will, da ist das Können von Geodäten und Messtechnikern gefragt. Wie du vielleicht schon bei den Studieninhalten gemerkt hast, können Absolventen der Geodäsie ganz unterschiedliche Karrierewege einschlagen. Der klassische Karrierepfad für Geodäten ist der eines Vermessungstechnikers. Doch das ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Ganz nach deinen persönlichen Interessen kannst du eine Karriere in dem Bereich einschlagen, wo Messtechniken zum Einsatz kommen.

Damit du einen besseren Überblick über die verschiedenen Karrieremöglichkeiten für Geodäten bekommst, haben wir hier ein paar übliche Berfusfelder aufgelistet:

  • Messtechnische Überwachung
  • Bauwesen (z.B. Vermessung von Grundstücken)
  • Denkmalpflege (z.B. 3D-Erfassung von Denkmälern)
  • Crash-Test Auswertung von Fahrzeugen
  • Flugzeug- oder Schiffbau
  • Medizintechnik (z.B. Vermessung und Anfertigung von Zahnimplantaten)
  • Stadtplanung

Gehalt

Bei Geodäten handelt es sich um Geoingenieure, die oftmals das Gehalt eines Ingenieurs verdienen. Grob geschätzt liegt dieses oft zwischen 5.000 bis 6.000 Euro brutto pro Monat. Dies kann allerdings je nach Branche und Position variieren. Gerade als Geodät kannst du in den unterschiedlichsten Branchen eine Stelle finden. Daher haben wir für dich exemplarisch ein paar Gehaltsbeispiele recherchiert mit Stellen, die für Geodäten prinzipiell in Betracht kommen.

Gehaltsbeispiele Geodäsie

PositionBrancheAlter & GeschlechtGehalt (brutto)
GeoinformatikerLuft- und Raumfahrt33, männlich3.988 Euro
Trainee GeoinformatikEnergieversorgung28, weiblich3.189 Euro
VermessungsingenieurBauwesen36, männlich4.841 Euro
StadtplanerÖffentliche Verwaltung41, weiblich5.822 Euro
GeomatikerÖffentliche Verwaltung48, weiblich5.110 Euro

Quelle: gehalt.de

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Du findest die Erde und Natur spannend, aber Daten erheben, analysieren und auswerten findest du langweilig? Viel lieber möchtest du anpacken und deine Umwelt gestalten? Dann wäre ein Studium der Landschaftsarchitektur vielleicht eher dein Ding.

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