Geomatik Studium

Geomatik, das ist einer der vielen Studiengänge, die sich mit der Erde, ihrer Vermessung, Navigation und Informationsverarbeitung beschäftigen. Was sich dahinter genau verbirgt, wo du Geomatik studieren kannst und was Geomatiker beruflich machen, erfährst du hier.

Das Fach in Kürze

Was ist Geomatik?

Geomatik ist die Kombination von Geodäsie und Geoinformatik. Es geht also um die Wissenschaft von der Vermessung der Erde sowie die Erfassung dieser Informationen. Neben einem Geodäsie Studium und Geoinformatik Studium hast du also auch die Möglichkeit, beide Fächer innerhalb eines Geomatik Studiums zu kombinieren. Die drei genannten Fächer sind jedoch alle sehr ähnlich – Unterschiede kommen vor allem durch unterschiedliche Ausrichtungen der Hochschulen zustande. Es macht also Sinn, bei der Studienwahl auch nach verwandten Fächern Ausschau zu halten. Außerdem hast du so eine weitaus größere Auswahl.

Studieren kann man Geomatik übrigens sowohl als Bachelor- als auch als Masterstudium. Die übliche Studienform ist Vollzeit, aber es gibt auch duale Studienmöglichkeiten.

Wo Geomatik zum Einsatz kommt

Auch, wenn das Wort "Geomatik" noch recht neu ist – es gibt sie schon seit dem Altertum. Sie beschäftigt sich mit der Form der Erde, aber auch mit praktischen Fragen wie zum Beispiel der Vermessung von Feldern. Früher nutzten wir Landkarten, Globen und Atlanten, um an Informationen mit Raumbezug (Geoinformation) zu gelangen. Heute googeln wir Urlaubsorte, um nachzusehen, wie weit es vom Hotel bis zum Strand ist. Wir benutzen Navigationssysteme und Routenplaner, um von A nach B zu gelangen und können dabei wählen, ob wir die kürzeste, schnellste oder schönste Strecke fahren wollen. Statt klassischer Messwerkzeuge kommen voll automatisierte Systeme, moderne Satellitentechnologien, digitale Fernerkundungssensoren, computergestützte Verfahren und das Internet zum Einsatz.

Geomatiker erfassen mit Hilfe von Mess- und Auswertungstechniken die exakte Position von Grundstücks- und Gebäudegrenzen sowie die Lage bestimmter Punkte auf der Erdoberfläche für die kartografische Darstellung bzw. ihre Aufnahme in solche Geoinformationssysteme.

Alle Studiengänge und Infos zum Geomatik Studium

Voraussetzungen und NC

Bachelor

  • Abitur, Fachabitur oder eine andere Form der Hochschulzugangsberechtigung

    • ggf. Vorpraktikum von mind. 8 Wochen

Master

  • Studienabschluss (Bachelor oder vergleichbar) in Geomatik oder einem vergleichbaren Fach

    • fachlich verwandt sind u.a. Geowissenschaften, Vermessungstechnik, Geografie, Kartografie, Geodäsie, Geoinformatik

Persönliche Voraussetzungen

Wer Geomatiker werden will, sollte ein überdurchschnittliches Interesse an erdwissenschaftlichen Themen haben sowie gute Mathekenntnisse und Interesse an Informatik und Physik.

Für die Erarbeitung der Inhalte wirst du dich auf unterschiedliche wissenschaftliche Methoden einlassen müssen, doch nicht alles im Studium ist Theorie: Projektarbeiten und lange Praxisphasen verlangen Selbstständigkeit, Neugierde und Motivation, Lösungen zu entwickeln.

Numerus Clausus (NC) für Geomatik

Geomatik-Studiengänge sind in der Regel zulassungsfrei, das heißt, du musst keinen NC fürchten. Und selbst wenn ein Numerus Clausus angewandt wird, zum Beispiel beim verwandten Studiengang der Geoinformatik an der Uni Münster, dann liegt der auch sehr niedrig (3,7 im Wintersemester 2017/18). Auch bei der Bewerbung für einen Master ist eine Mindestnote aus dem Erststudium selten erforderlich.

Studieninhalte

Die Inhalte variieren sehr stark je nach Studiengang oder gewählter Spezialisierung. Wer sich für ein Studium im Geomatik-Bereich interessiert, sollte sich auf jeden Fall auf einen Mix aus mathematischen, physikalischen, informationstechnischen und anderen naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Inhalten einstellen.

Typische Inhalte

  • Geodäsie
  • Mathematik, Statistik
  • Physik
  • Informatik, Programmiersprachen
  • Softwaretechnik
  • Geoinformationssysteme
  • Vermessung
  • Kartographie, Kartengestaltung, 3D-Visualisierung
  • Hydrographie
  • Liegenschaftsvermessung, Liegenschaftskataster, Liegenschaftsrecht
  • Auswertmethoden
  • Ausgleichsrechnung
  • Photogrammetrie, Fernerkundung, Bilddatenverarbeitung
  • Verkehrsplanung, Infrastruktur
  • Landmanagement 

Dauer und Verlauf

Bachelor

  • Abschluss: Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Dauer: 6 - 7 Semester
  • Studienform: Vollzeit oder Duales Studium
  • Besonderheiten: oftmals lange Praxisphase, z.B. 18-wöchiges Praktikum

Master

  • Abschluss: Master of Engineering (M.Eng.) oder Master of Science (M.Sc.)
  • Dauer: 3 - 4 Semester
  • Studienform: Vollzeit, teilweise Duales Studium

Karriere und Gehalt

Potenzielle Arbeitgeber finden sich im Bereich Geodatenmanagement, in Architektur-, Vermessungs- und Planungsbüros, Forschungseinrichtungen, Software- und Consultingunternehmen, Medienagenturen und Behörden. Darüber hinaus können sie in Straßen- oder Bergbauunternehmen, an Hochschulen, bei Wassergewinnungsunternehmen und bei Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs tätig sein. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist denkbar, zum Beispiel als Projektingenieur, Technischer Sachverständiger für vermessungstechnische Ingenieurarbeiten oder als Softwareentwickler in der Entwicklung von Geoinformationssystemen.

Tätigkeitsfelder 

  • Datenerhebung, -analyse
  • Gutachter-, Sachverständigentätigkeit
  • Softwareentwicklung
  • Verfahrens-, Produktentwicklung
  • Wissenschaftliche Forschung
  • IT-Anwendungsberatung, -Training
  • IT-Koordination, -Organisation, -Management
  • IT-Qualitätssicherung, -Testing
  • IT-Vertrieb
  • Presse-, Öffentlichkeitsarbeit
  • Redaktion, Journalismus
  • Technischer Vertrieb
  • Umweltberatung, -management

Gehalt

Da Geomatiker in unterschiedlichsten Bereichen arbeiten, ist es schwer, eine pauschale Aussage zu den Gehaltsperspektiven zu treffen. Ein Einstiegsgehalt nach dem Studium von 30.000 – 40.000 Euro ist vermutlich ein realistischer Wert. Wie hoch es dann im Karriereverlauf weitergeht und wie schnell die Sprünge kommen, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Wer in einem großen Unternehmen arbeitet und/oder eine Führungsposition inne hat, darf sicher mit einem Jahresgehalt von 50.000 Euro und mehr rechnen.

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