Biochemie Studium

Ein Studium für alle mit Forschungsdrang und Entdeckergeist: In der Biochemie lernst du die zugehörigen Naturwissenschaften nämlich nicht nur in der Theorie kennen. Was das Studium ausmacht, was du lernst, wo du Biochemie studieren kannst und was du damit nach dem Abschluss machen kannst, erfährst du hier.

Das Fach in Kürze

Biochemie wird bundesweit als Bachelor- und Masterstudiengang von (Technischen) Universitäten und (Technischen) Fachhochschulen angeboten, sogar einige private Hochschulen haben ein biochemisches Fach im Programm. Du hast also ausreichend Wahlmöglichkeiten. Und wenn du nicht auf Biochemie als alleinstehendes Fach fixiert bist, kann auch ein Biologie Studium, Chemie Studium oder Biotechnologie Studium eine sinnvolle Alternative sein – so hast du sogar noch mehr Studienwahlmöglichkeiten.

Obwohl die Biochemie ein sehr forschungsintensives Fach ist (das erklärt die hohe Anzahl an Universitäten), ist es gleichzeitig unheimlich praktisch organisiert. Bei manchen Hochschulen liegt der Anteil der Seminare, die direkt im Labor stattfinden, bei 50 % - eine Seltenheit. Du lernst die Biochemie also nicht nur auf dem Papier kennen, sondern darfst selbst experimentieren, anwenden und forschen: Theorie und Praxis gehen Hand in Hand und versprechen ein abwechslungsreiches und vor allem berufsorientiertes Studium!

Alle Studiengänge und Infos zum Biochemie Studium

Voraussetzungen und NC

Bachelor

  • Abitur oder andere Hochschulzugangsberechtigung (am besten bei der Hochschule nach Alternativen erkundigen)
  • teilweise NC

Master

  • erster Studienabschluss (Bachelor oder gleichwertig) in einem Fach rund um Biologie, Chemie oder Life Sciences
  • die Bachelorarbeit muss experimentell erfolgt sein
  • wenn Unterrichtssprache Englisch ist: Sprachnachweis

Persönliche Voraussetzungen

Wenn Chemie und Biologie schon in der Schule zu deinen Lieblingsfächern zählten, ist das schon die halbe Miete. Ideal ist, wenn du dann auch noch gut in Mathe bist und auch in der Physik nicht allzu schlecht. Denn das alles ist Grundlage deines Studiums. Aber es kommt nicht nur auf die fachlichen Skills an. Um im Studium durchzuhalten, brauchst du eine große Portion Neugier sowie Lust auf Forschen und Ausprobieren. Außerdem musst du sehr sorgfältig arbeiten, z.B. beim Notieren und Auswerten von Forschungsergebnissen.

Numerus Clausus (NC) für Biochemie

Glück gehabt: Nicht alle Unis und FHs brauchen einen Numerus Clausus (NC) bei der Zulassung. Da naturwissenschaftliche Fächer wie die Biochemie selten überrannt werden, kannst du oft zum Studium zugelassen werden, auch wenn deine Abschlussnote unterdurchschnittlich ausgefallen ist.

Aber das ist nicht die Regel, manchmal gibt es auch einen NC, zum Beispiel bei der Uni Bochum. Hier lag der NC im Wintersemester 2017/18 beispielsweise bei 2,2. Du musstest also mindestens eine 2,2 auf dem Abschlusszeugnis stehen haben. Alternativ konnte man auch mit mindestens 4 Wartesemestern zugelassen werden.

Studieninhalte

Im ersten Semester eines Biochemie Bachelors geht’s erstmal darum, die Grundlagen in allen relevanten Naturwissenschaften zu legen. In deinem Modulhandbuch tauchen also vor allem Themen rund um

  • Chemie,
  • Mathematik,
  • Physik und
  • Biologie

auf.

Ausruhen ist aber nicht lange. Danach geht es jeweils in die Tiefe und erste Laborpraktika stehen an. Zu den weiteren Themen, die du im Biochemie Studium kennenlernst, zählen:

  • Organische und Anorganische Chemie
  • Analytische Chemie
  • Physikalische Chemie Bioorganische Chemie
  • Molekularbiologie, Zellbiologie, Mikrobiologie
  • Bioethik
  • Life Sciences
  • Gentechnik(recht) 
  • Versuchstierkunde
  • Humanbiologie
  • Mathematik in den Naturwissenschaften
  • Bioinformatik
  • Biochemische Methoden
  • Strukturanalyse

Laborpraktika stehen bei den meisten Hochschulen jedes Semester auf dem Lehrplan. Gegen Ende des Bachelors, bist du außerdem aufgefordert, dich auch in externen Laboren einzuarbeiten, z.B. innerhalb eines Praktikums bei einem Forschungsinstitut oder Industrieunternehmen.

Schwerpunkte wählen

Kein Studienplan ist in Stein gemeißelt. In der zweiten Studienhälfte darfst du in Sachen Studiengestaltung mitreden. Jede Hochschule bietet Schwerpunktfächer an, die zur freien Wahl stehen. Das kann was im Bereich Molekularbiologie, Bioanalytischer Chemie oder Bioorganischer Chemie sein – eben das, was deine Hochschule anbietet und was dich besonders interessiert.

Die Wahl eines Schwerpunkts ist nicht nur sinnvoll, weil du mit Spaß beim Studium bleibst, sondern auch, weil du dich für bestimmte berufliche Tätigkeiten noch besser qualifizieren kannst. Wer Spezialwissen auf einem Gebiet hat, ist klar im Vorteil!

Dauer

Bachelor

  • Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Dauer: 6 Semester
  • Studienform: Vollzeit
  • Besonderheiten: Je nach Hochschule ist ein Auslandsaufenthalt möglich.

Master

  • Abschluss: Master of Science (M.Sc.)
  • Dauer: 4 Semester
  • Studienform: Vollzeit
  • Besonderheiten: Manche Masterprogramme werden auf Englisch angeboten.

Karriere und Gehalt

Mit einem Abschluss in Biochemie, sei es Bachelor oder Master, bist du begehrte Fachkraft in Life Science Unternehmen, bei Forschungsinstituten, in der Pharmaindustrie, der Lebensmittelindustrie, bei Industrieunternehmen anderer Art, aber auch bei Unternehmensberatungen oder Fachverlagen.

Denn neben der Forschung stehen dir mit deinem Wissen auch Tätigkeiten abseits der Wissenschaft offen. Ein Industrieunternehmen, das technisch anspruchsvolle Materialien biochemischer Natur herstellt, kann dich in Produktentwicklung und Qualitätsmanagement, aber auch in Vertrieb, Marketing und Kundenbetreuung einsetzen. Schließlich kennst du das Produkt von A – Z und weißt genau, worauf es bei der Vermarktung ankommt. Ein Fachverlag für naturwissenschaftliche Publikationen braucht dein Wissen als Redakteur, Lektor oder Berater. Du kannst also auch wissenschaftliche Artikel für Magazine schreiben, bei Schulbüchern mitwirken oder eine Publikation fachlich begleiten.

Was du aus dem Biochemie Studium machst, ist also ganz dir überlassen: Wirtschaft oder Forschung – beides ist möglich!

Gehalt

Was verdient ein Biochemiker im Durchschnitt? Laut Gehalt.de liegt die Spanne in der Biochemie zwischen 3.235 und 4.882 Euro brutto/pro Monat. Das allein hilft natürlich wenig weiter, du musst schon genauer hinsehen: Wo verdienen Biochemiker am meisten, wo eher wenig?

Nun, im Technikbereich, sprich in der Entwicklung und Produktion bei Industrieunternehmen kannst du in der Regel sehr gutes Geld verdienen. Gehälter von 4.000 Euro und deutlich mehr sind die Regel. Denn hier gilt, was auch für alle klassischen Ingenieurwissenschaften gilt: Fachwissen ist begehrt und wird gut bezahlt. Aber auch in der Forschung wirst du nicht verarmen. Das Gehalt ist hier häufig nach Tarifverträgen geregelt, vor allem, wenn du in den öffentlichen Dienst gehst. Wenn du also bereits einen Wunscharbeitgeber vor Augen hast, kannst du entsprechende Gehaltstabellen im Internet finden.

Die besten Gehaltsaussichten haben Biochemiker, die Führungsverantwortung oder andere Leitungspositionen inne haben. Wer ein Team leitet, ein Projekt koordiniert oder gleich für einen ganzen Bereich verantwortlich ist, darf sich in der Regel über Gehälter von mehr als 5.000 Euro freuen.

Einen guten Überblick über die Gehaltsmöglichkeiten in technischen Jobs bietet dir folgender Artikel:

Das Ingenieur Gehalt – Ein Überblick über das Einkommen von Berufseinsteigern und Berufserfahrenen

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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