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Das Studium Chemieingenieurwesen / Chemietechnik – Alle Infos zu Bachelor und Master

Rund die Hälfte der deutschen Industrieprodukte wird inzwischen mithilfe von chemischen und biologischen Stoffumwandlungen erzeugt. Aus Zucker wird Alkohol gemacht, aus Kartoffeln Chips, aus Lösungsmitteln Klebstoffe oder aus natürlichen und künstlichen Zutaten Kosmetikprodukte. Die Liste von Gütern, die mit verfahrenstechnischen Methoden hergestellt werden, ist endlos. Das Ziel ist aber immer ähnlich: Natürlich vorkommende Stoffe müssen durch chemische, physikalische und biologische Prozesse in Substanzen umgewandelt werden, die dann neue, gewünschte Eigenschaften besitzen. Der Bedarf ist groß und Chemieingenieurwesen ist aus Industrie und Alltag nicht mehr wegzudenken.

Der Studiengang

Chemietechnik Chemieingenieur StudiumChemietechnik und Chemieingenieurwesen sind im Spannungsfeld zwischen Maschinenbau, Physik, Mathematik sowie physikalischer und technischer Chemie angesiedelt und gehören zu den Kerndisziplinen der Ingenieurwissenschaften. Die Studiengänge beschäftigen sich mit allen Aspekten der Umwandlung von Stoffen und Energie. Studieninteressierte sollten keine besonderen Empfindlichkeiten gegenüber gängigen Laborchemikalien besitzen. Sie müssen außerdem in der Lage sein, mehrere Stunden im Stehen zu arbeiten. Weil im Studium der Schwerpunkt in der technischen Ausbildung liegt, finden die Laborpraktika und –übungen, im Gegensatz zum Chemiestudium, meist der vorlesungsfreien Zeit statt.

Studieninhalte

Im Grundstudium stehen zunächst organische und anorganische Chemie sowie mathematische und technische Grundlagen auf dem Stundenplan. Neben Vorlesungen und Übungen sind die chemischen Praktika wesentlicher Bestandteil des Studiums. In den weiterführenden Semestern des Hauptstudiums geht es dann an die Spezialisierungen. Vertiefungsrichtungen wie angewandte Chemie, Materialwissenschaft und Polymerchemie, Chemische Verfahrenstechnik, Anlagen- und Apparatebau, Umwelt- und Energieprozesstechnik, Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik sind wählbar Über 90 Prozent der Studierenden beenden das Studium nicht mit einem Bachelor, sondern schließen mit einem Master-Titel ab.

Mögliche Pflichtmodule:

  • Allgemeine und anorganische Chemie
  • Apparate des Chemieingenieurwesens
  • Einführung in die verfahrenstechnische Produktion
  • Organische Chemie >
  • Physik
  • Prozessdynamik und Prozessautomatisierung
  • Prozessgestaltung
  • Strömungs- und Transportprozesse
  • Technische Chemie
  • Technisches Englisch
  • Thermodynamik
  • Verfahrenstechnik
  • Werkstoffkunde
Mögliche Wahlpflichtmodule:

  • Biokatalyse in nicht konventionellen Medien
  • Chemische Verfahren
  • Dezentrale Energiegewinnung aus Biomasse und anderen Quellen
  • Grundlagen der Dimensionierung thermischer Trennapparate
  • Immobilisierte Enzyme und deren technische Anwendung
  • Industrielle Prozesse nachwachsender Rohstoffe
  • Keramische Werkstoffe
  • Lebensmitteltechnologie

Berufsfelder und Aufgabenbereiche

Chemietechnik Chemieingenieur StudiengängeIn der Wirtschaft besteht ein zunehmender Bedarf an interdisziplinär ausgebildeten Ingenieuren, die sowohl über chemisch-stoffliches als auch ingenieurwissenschaftliches Fachwissen verfügen. Der Chemieingenieur kommt vor allem in der Produktentwicklung und bei der Anwendung von Gütern, die überwiegend mit verfahrenstechnischen Methoden hergestellt werden, zum Einsatz. Arbeitsmöglichkeiten ergeben sich aber auch in der Qualitätskontrolle oder in der Forschung und Entwicklung. Selbst im Vertrieb und im Marketing ergeben sich Einsatzmöglichkeiten. Ingenieure für Chemietechnik finden Arbeitsplätze in der chemischen, Kunststoff verarbeitenden und pharmazeutischen Industrie, sowohl in der Herstellung neuer Produkte als auch im Apparate- und Anlagenbau. Es sind Anstellungen in allen Unternehmen der freien Wirtschaft möglich, die mit chemischen Substanzen arbeiten – z. B. in der Textilindustrie, Kühlmitteltechnologie, im Druckwesen. Ebenso sind Absolventen in chemischen Untersuchungslabors tätig, z. B. in den Bereichen Medizin oder Umwelt. Auch Betriebe der Nahrungsmittelindustrie kommen als Arbeitgeber infrage. Darüber hinaus können sie in der öffentlichen Verwaltung, an Hochschulen oder bei Verbänden tätig sein. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist denkbar, z. B. als Produktions- oder Vertriebsingenieur.

Weitere Infos in Videoform

Eine Studentin der TU Dresden berichtet von ihrem Chemieingenieur Studium. Und die Uni Paderborn hat ebenfalls ein Imagevideo veröffentlicht.

    

Fotos: © Rolf van Melis & Carsten Jünger / pixelio.de, HS Lausitz

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