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Umweltingenieurwesen Studium – Info zu Bachelor und Master


Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind heutzutage in aller Munde haben globale Bedeutung. Das Bewusstsein, dass endliche Ressourcen wie Öl und Gas keine zuverlässigen und zukunftsfähigen Energiequellen darstellen und dass deren Abbau unsere Umwelt zudem erheblich belastet, ist mittlerweile nicht nur in der gesellschaftlichen Mitte, sondern auch in der Politik angekommen. Jüngere Ereignisse wie Fukushima haben gezeigt, dass auch die Kernenergie keine langfristige Alternative sein kann. Erneuerbare Energien hingegen sind sauber, nachhaltig und praktisch in unendlicher Menge auf unserem Planeten vorhanden. Deswegen kann man ohne Übertreibung behaupten, dass Geothermie, Biogas, Wind- und Solarenergie die Energien der Zukunft sind. Aus diesem Grund beschloss die deutsche Bundesregierung 2011 nicht nur den vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie, sondern parallel auch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Anteil an der Stromerzeugung, der aus nachhaltigen Energien stammt, soll bis zum Jahr 2015 auf 40 bis 45% und bis zum Jahr 2035 auf 55 bis 60% ausgebaut werden (Quelle: Bundesregierung).

Umweltingenieur Erneuerbare EnergienDie Energiewende stellt uns allerdings auch vor viele technische Herausforderungen. Da die Versorgung über Wind und Sonne nicht immer konstant ist, müssen Möglichkeiten und Wege gefunden werden, diese zu speichern. Auch der Transport der Energie ist immer noch problematisch, der Netzausbau momentan ein heiß diskutiertes Thema. Um allen zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, muss sich also auch die Technik weiterentwickeln. Energieforschung ist deswegen einer der Förderschwerpunkte der Bundesregierung. Hierfür werden aber natürlich auch qualifizierte Fachleute benötigt, die sich mit den Themen nachhaltige Energie und der dazugehörigen Technik auskennen. Studiengänge wie Umwelttechnik und erneuerbare Energien sind deswegen brandaktuell, und Fachleute aus diesem Bereich hochbegehrt. Wie du selbst Umweltingenieur werden kannst, in welchen unterschiedlichen Berufen du später arbeiten kannst und wie Karriereaussichten und potentielle Gehälter aussehen, verraten wir dir hier.

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Was ist Umweltingenieurwesen?

Neue Problematiken wie der Klimawandel bringen auch neue Herausforderungen mit sich, welche wiederrum zu vielfältigen neuen Berufsbildern führen. Dies gilt besonders für den Bereich Umwelt und erneuerbare Energien. Das Ziel von Umweltingenieuren ist es, das Lebensumfeld der Menschen zu schützen und zu bewahren, um dessen Produktivität langfristig zu gewährleisten. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft und müssen versuchen, sowohl die Belange der Natur als auch die der Menschen und Unternehmen zu berücksichtigen. Ob Umwelttechniker bzw. Umweltingenieur (die Begriffe werden oft synchron verwendet), Spezialist für erneuerbare Energien oder als Umweltmanager eines Unternehmens: Berufe im Bereich Umwelt sind anspruchsvolle, spannende und vielschichtige Beschäftigungen, die sich darüber hinaus durch eine große gesellschaftliche Verantwortung auszeichnen.

Umweltingenieure planen, entwickeln und bedienen die notwendige Infrastruktur und Anlagen, um lebenswichtige Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft oder Energie nachhaltig zu nutzen und für die Menschen verfügbar zu machen. Aber auch in der Abfallwirtschaft und beim Schutz von Mensch und Umwelt vor Emissionen wie Lärm oder Strahlung spielen sie eine wichtige Rolle. Sie sanieren Böden und leisten durch Risikoanalysen für Unternehmen und Organisationen einen wichtigen Beitrag.

Wie werde ich Umweltingenieur?

Umweltingenieur KreislaufwirtschaftWie zahlreich die Möglichkeiten sind, eine Karriere im Bereich Umwelt und erneuerbare Energien anzustreben, zeigen schon die vielen unterschiedlichen Berufsbezeichnungen. Ob Umweltingenieur, Umweltschutztechniker oder Umweltmanager- hinter jedem dieser Namen kann sich eine andere Ausbildung und Werdegang verbergen.
Umwelttechniker oder Umweltschutztechnischer Assistent kannst du zum Beispiel auch ohne Hochschulabschluss werden. Durch eine schulische Berufsausbildung lernen Umweltschutztechniker, wie man Boden, Wasser und Luft, aber auch schädliche Faktoren wie Lärm, Strahlung und Abfall untersucht und die Ergebnisse analysiert. Ausgebildete Umwelttechniker unterstützen mit dieser Arbeit Umweltingenieure. Sie verdienen in der Regel allerdings deutlich weniger als studierte Umwelttechniker mit Hochschulabschluss, und auch ihre Aufstiegsmöglichkeiten sind begrenzt.
Das Studium der Umwelttechnik oder des Umweltingenieurwesens ist an vielen deutschen technischen Unis und Universitäten möglich.

Auch eine Vielzahl von Fachhochschulen bieten ebenfalls vergleichbare Studiengänge an. Das Studium an einer FH eignet sich in der Regel hervorragend für einen eher praxisbezogenen Beruf. Für eine Karriere in Wissenschaft und Forschung sowie in den Führungsebenen von Unternehmen ist allerdings ein Universitätsabschluss oft förderlicher.
Wer Interesse daran hat, parallel zu einem theorieorientierten Studiengang möglichst viel praktische Erfahrung zu sammeln, der sollte die Möglichkeit eines dualen Studiums des Umweltingenieurwesens für sich in Betracht ziehen . Hier laufen Studium und Ausbildung parallel, so dass diese Absolventen bereits mit einer Menge Erfahrung ins Berufsleben starten können.

Überblick über den Studiengang

Wie bereits erwähnt, müssen Umweltingenieure und –techniker sehr vielseitig sein und Expertise auf unterschiedlichen Gebieten mitbringen. So wundert es nicht, dass auch das Studium des Umweltingenieurwesens eine sehr starke interdisziplinäre Ausrichtung hat. Neben den obligatorischen ingenieurwissenschaftlich-technischen Grundlagen spielen die Naturwissenschaften eine große Rolle: Mathematik, Chemie, Physik und natürlich auch die Biologie. Um später auch erfolgreich Unternehmen in Sachen Umweltmanagement beraten zu können, stehen Grundlagen der Betriebswirtschaft oft ebenso auf dem Lehrplan. Je nachdem, wie breit der Studiengang gefasst ist, können durchaus auch Themen der Humanwissenschaft behandelt werden. Die durchschnittliche Dauer des Studiums beträgt zwischen 6 und 7 Semestern für einen Bachelorabschluss, kann aber variieren. Im folgenden Abschnitt haben wir für dich exemplarisch einen Überblick über die Inhalte des Bachelorstudiengangs zusammengestellt.

Im Bachelor Grundstudium liegt der Fokus auf der Vermittlung der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Grundladen. Wichtige Fächer sind vor allem Mathematik, Physik und Chemie, aber z.B. auch Wärme- und Stoffübertragung und Geologie. In den höheren Semestern, auch oft Fachstudium genannt, verschiebt sich der Fokus hin zu spezifischeren Inhalten der umwelttechnischen Grundlagen wie Verfahrens- oder Messtechniken, Umweltbewertung, nachhaltiger Energieeinsatz , Raum- und Infrastrukturplanung und Ver- und Entsorgung. Neben einer Reihe von Pflichtveranstaltungen kannst du in den höheren Semestern zwischen verschiedenen Kursen frei wählen und dich so bereits auf deinen gewünschten Schwerpunkt festlegen.

In der Regel schließt das Bachelor Studium mit einem Praxissemester ab, in welchem durch Praktika in einem Betrieb, einer Behörde oder einem Ingenieurbüro sowie eine Abschlussarbeit erste konkrete Erfahrungen gewonnen werden können.
Da die Studiengänge sowie deren Schwerpunkte je nach Universität oder Fachhochschule sehr stark variieren, können wir hier natürlich nur eine Auswahl an Modulen vorstellen. In einigen Instituten liegt der Fokus verstärkt auf den ingenieurwissenschaftlichen Inhalten, während andere eher einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Bei der Auswahl deiner Hochschule solltest du dir deswegen bereits im Vorfeld überlegen, wo deine Stärken und Interessenschwerpunkte liegen und diese in deiner Entscheidung berücksichtigen.

Die folgenden Kurse sind Beispiele für Module, welche in vielen Bachelor Studiengängen der Umwelttechnik oder des Umweltingenieurwesen auf dem Lehrplan stehen:

  • Elektrotechnische Grundlagen
  • Strömungslehre
  • Technische Mechanik
  • Hydraulik
  • Konstruktion/CAD
  • Mess- und Reglungstechnik
  • Energiewandler
  • Regenerative Energiesysteme
  • Betriebswirtschaft/Kostenrechnung
  • Energie- und Anlagentechnik
  • Kreislaufwirtschaft
  • Sanierungstechnologien
  • Landnutzungsplanung
  • Hydrologie
  • Abfall- und Ressourcenwissenschaft
  • Siedlungswasserwirtschaft
  • Solares Bauen
  • Verkehrsplanung

Wirf für eine Übersicht über die verschiedenen Studienangebote einmal einen Blick in unsere Datenbank.

Voraussetzungen

Auch für ein Studium des Umweltingenieurwesens müssen Bewerber gewisse Qualifiaktionen und Fähigkeiten mitbringen. Dies sind zum Beispiel ein bestimmter Notendurchschnitt im Abiturzeugnis oder persönliches Interesse an naturwissenschaftlichen Inhalten. Was es genau braucht, um dich für einen Studiengang zu qualifizieren, erfährst du hier.

Der Numerus Clausus, kurz auch NC genannt, ist Teil der Zulassungsbeschränkung von Universitäten. Er beschreibt den Notendurchschnitt, den Abiturienten benötigen, um zum Studium für ein bestimmtes Fach zugelassen zu werden. Im Fall des Umweltingenieurwesens spielt er allerdings keine wichtige Rolle, da ein großer Teil der Studiengänge zulassungsfrei sind. Hier stellen wir dir exemplarisch ein paar Beispiele vor.

Hochschule Studiengang NC
TU Darmstadt Umweltingenieurwissenschaften zulassungsfrei
TU Braunschweig Umweltingenieurwesen zulassungsfrei
Universität Kassel Umweltingenieurwesen 2,8

Berufsfelder und Einsatzgebiete nach dem Studium

Mit wachsendem Bewusstsein für Umweltproblematiken steigt auch die Nachfrage nach Fachleuten aus dem Bereich der Umwelttechnik. Längst zählen nicht nur Umweltbehörden und –organisationen zu den typischen Arbeitgebern. Auch wirtschaftlich orientierte Unternehmen haben den Wert von Nachhaltigkeit und Umweltschutz erkannt und setzen verstärkt auf diesen. Hier agieren Umweltingenieure zum Beispiel als Umweltbeauftragte, Umweltmanager oder Berater für moderne Umwelttechnik. Man findet sie aber auch in der Planung und Umsetzung von Anlagen wie Windrädern oder Solarpanelen. Wer nicht in der Produktion arbeiten möchte, kann natürlich auch eine Tätigkeit im Vertrieb anstreben, oder als Forscher an der Entwicklung von neuen Technologien mitarbeiten.

Auch Banken und Versicherungen sind immer auf der Suche nach Umweltingenieuren, die sie in punkto Risikoanalyse beraten und unterstützen können. Traditionelle Arbeitgeber sind aber auch Umweltbehörden, die Ingenieure z.B. zur Überwachung und Prüfung von Luft- und Gewässerqualität einstellen oder Projekte auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen. Insgesamt kann man aber ohne Übertreibung behaupten, dass die Umwelttechnologie ein ausgesprochener Wachstumsmarkt ist und deswegen sehr gute berufliche Perspektiven bietet.
Weitere ausführlichere Informationen zu Berufsfeldern, Branche, Karrierechancen und Gehältern für Umweltingenieure und Umwelttechniker findest du in unserem Artikel Berufswelt.

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