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Elektrotechnik Studium – Alle Infos zum Bachelor und Master Studiengang


Wie entsteht Elektrizität? In welcher Form wird sie von einem Ort zum anderen übertragen? Und wie können wir sie nutzen? Das sind nur einige von vielen Fragen, mit denen sich Elektroingenieure beschäftigen. Von der Funktionsweise eines Handys über die Stromversorgung eines Kraftwerks bis hin zur E-Mail-Übertragung gibt es etliche Tätigkeitsfelder, die die Elektrotechnik abdeckt. Als eine der am häufigsten vorkommenden Fachrichtungen an deutschen Hochschulen bietet sie viele Wege, sich unterschiedlich zu spezialisieren. Wir versuchen auf den folgenden Seiten, dir den Durchblick zu erleichtern. Informiere dich hier über die Möglichkeiten, die dir der Studiengang Elektrotechnik bietet.

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Was ist Elektrotechnik?

Elektrotechnik umfasst alle Prozesse, die Elektrizität erzeugen, übertragen, anwenden und verteilen und betrifft nahezu alle Lebensbereiche. Ohne sie würde kein Kraftwerk Energie liefern, kein Flugzeug fliegen und kein Auto starten. Es gäbe weder Fernseher, noch Waschmaschinen oder Kühlschränke. Dieser Text zum Elektrotechnik Studium könnte ebenfalls nicht gelesen werden. Denn auch Nachrichten, Daten und Informationen müssen verarbeitet, transportiert und kommuniziert werden.Elektrotechnik Elektrik Die Elektrotechnik wird mehr und mehr von der Informations- und Nachrichtentechnik beeinflusst. Auch die Grenzen zur Informatik verschwimmen zunehmend.

Die Unternehmen der deutschen Elektroindustrie leisten einen wichtigen Beitrag für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Schlüssel- und Zukunftstechnologien und somit für den Standort Deutschland. Der hohe Innovationsgrad der Branche spiegelt sich auch in der Höhe der Zukunftsaufwendungen der Elektroindustrie wider. Die Aufwendungen für Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung beliefen sich im Jahr 2010 auf rund 20 Milliarden Euro.

Wie werde ich Elektroingenieur?

Wer Elektroingenieur werden möchte, benötigt einen Hochschulabschluss in Form eines Bachelor oder Master of Science. Dieser kann an einer Universität, Technischen Uni und Fachhochschule erworben werden. Aber auch private Hochschulen bieten den Studiengang Elektrotechnik im Fernstudium und berufsbegleitend an. So vielfältig wie die Anwendungsgebiete der elektrischen Energie ist auch das Angebot an Fachhochschulen und Universitäten. An fast 150 Instituten kann man deutschlandweit Elektrotechnik studieren. Alle Studiengänge sowie Hochschulen (Unis und FHs) findest du in unserer Datenbank.

Überblick über den Studiengang

Die Eintrittskarte ins Elektrotechnik Studium ist ein solides Grundlagenwissen in Mathematik und Physik. Außerdem hat die Simulation des Berufsalltags einen hohen Stellenwert: mehrmonatige Industriepraktika sind nicht nur die Regel, sondern oftmals Pflicht. Der Studiengang Elektrotechnik ist inzwischen sehr geprägt von der Nachrichten- und Informationstechnik. Fast alle Hochschulen (Unis und FHs) bieten deshalb die Studiengänge im Doppelpack an.

In den ersten Semestern des Bachelors Elektrotechnik studieren angehende Elektroingenieure die Fächer Elektrotechnik, Angewandte Informatik und Physik. Sie lernen außerdem die Fächer Mechanik, Werkstoffe der Elektrotechnik, Bauelemente, Systemtheorie und Betriebswirtschaft kennen. Mehr als in anderen Ingenieurstudiengängen nimmt die Mathematik einen sehr großen Teil des Stundenplans ein – sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen. Im weiteren Verlauf des Studiums stehen dann verschiedene Vertiefungsrichtungen bzw. Schwerpunkte zur Auswahl. Die elektrische Energietechnik befasst sich zum Beispiel mit der Umwandlung primärer Energie in elektrische Energie sowie deren Verteilung und Anwendung. Dabei haben sich die erneuerbaren Energien inzwischen zu einem bedeutsamen Wirtschafts- und Forschungsfaktor gemausert.

Im Schwerpunkt Informationstechnik geht es um die Übertragung und Verarbeitung von Nachrichten. Weiterhin ist die Automatisierungstechnik eine zentrale Fachrichtung. Die sich rasant entwickelnden Schwerpunkte Mikroelektronik sowie Mikro- und Nanotechnik erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Spezialisieren kann man sich außerdem in Richtung Medizintechnik oder Verkehrsleittechnik. Bei der Auswahl des Schwerpunktes sollte man sich nicht zu früh schon auf ein einzelnes Gebiet konzentrieren sondern alle wichtigen Grundlagen im Auge behalten. Am Ende des Studiums empfiehlt es sich jedoch die Abschlussarbeit auf den ersten gewünschten Arbeitgeber auszurichten.

Das Bachelor-Studium umfasst eine wissenschaftliche Ausbildung in Informationstechnik, Elektronik, Mess- und Regeltechnik. Du erlernst Methoden, mit denen Du elektrotechnische Anlagen und Funktionseinheiten entwickeln und verbessern kannst. Als Student besuchst Du Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen.
Pflichtmodule sind beispielsweise

  • Mathematik & Physik
  • Grundlagen der Informatik und höhere Programmiersprachen
  • Digitaltechnik
  • technisches Englisch
  • Kommunikationstechniken
  • elektrische Messtechnik
  • Bauelemente und Grundschaltungen
  • Prozessautomatisierung
  • Maschinendynamik
  • elektrische Maschinen
  • elektrische Energieanlagen und regenerative Energiesysteme
  • Energieerzeugung und -management
  • Leistungselektronik und Antriebe
  • Halbleiterschaltungs- und Mikrorechnertechnik
  • Betriebswirtschaftslehre

Mögliche Wahlpflichtmodule sind:

  • angewandte Mathematik
  • angewandte Wahrscheinlichkeitsrechnung
  • Datenkompression
  • drahtlose Übertragungstechnik
  • elektromagnetische Verträglichkeit
  • elektronische Messtechnik und Sensoren
  • Energieerzeugung und -verteilung
  • Gebäudesystemtechnik

Darüber hinaus arbeiten Studenten auch in diesem Fach an Projekten mit und nehmen an Exkursionen teil. Praktika, die nicht in den Studiengang integriert sind, leistet man in der vorlesungsfreien Zeit oder vor Studienbeginn ab. Ein praktisches Studiensemester ist auch hier oftmals fester Bestandteil des Studiengangs. Es wird meist im 5. oder 6. Semester absolviert. Je nach Hochschule kann das Praxissemester auch im Ausland abgeleistet werden. Angaben zum Inhalt und zum Ablauf sind in den entsprechenden Praktikumsordnungen zu finden. Zum Abschluss des Studiums musst Du eine Bachelor Thesis (Bachelorarbeit) verfassen. Je nach Prüfungsordnung ist auch ein Kolloquium (= eine mündliche Abschlussprüfung) zu belegen. Gleiches gilt für die Elektrotechnik Master Studiengänge. Sie dauern in der Regel 4 Semester und enden auch mit dem Erstellen einer Master-Thesis.

Bevor du dich für einen Studiengang entscheidest und bewirbst, solltest du zuerst überprüfen, ob du alle notwendigen Voraussetzungen erfüllst. Denn viele Hochschulen fordern vor dem Studienantritt von ihren Bewerbern den Nachweis von bestimmten Leistungen. Das kann ein Notendurchschnitt, das Absolvieren eines Praktikums oder Ähnliches sein. Auch auf der persönlichen Ebene gibt es einige Eigenschaften und Fähigkeiten, die du für ein Elektrotechnik Studium mitbringen solltest. Im Folgenden haben wir all diese Voraussetzungen zur Übersicht für dich zusammengetragen.

Die Zulassungsmodalitäten für Elektrotechnik sind sehr bewerberfreundlich, denn falls es einen NC gibt, ist dieser nicht überdurchschnittlich hoch. Viele Hochschulen haben aber auch gar keine Beschränkungen, zu einem großen Teil werden daher alle Bewerber zum Studium zugelassen. Informiere dich aber am besten immer über den aktuellen Stand, da sich dieser von Semester zu Semester ändern.
Einige Beispiele siehst du hier:

Hochschule Studiengang NC
RWTH Aachen Elektrotechnik, Informationstechnik und Technische Information 2,0
TU Berlin Elektrotechnik zulassungsfrei
Ruhr-Uni Bochum Elektrotechnik und Informationstechnik zulassungsfrei
FH Kiel Elektrotechnik 2,5
TU Dortmund Elektro- und Informationstechnik zulassungsfrei

Berufsfelder und Einsatzgebiete nach dem Studium

Weil unsere Welt immer vernetzter und weiter automatisiert wird, finden Elektrotechniker BerufIngenieure der Elektro- und Informationstechnik fast überall einen Arbeitsplatz. Universitätsabsolventen sind eher in der Forschung und Entwicklung beschäftigt. Fachhochschulabsolventen arbeiten meist in der Fertigung und Produktion. Sie entwickeln, berechnen, konstruieren und testen elektrotechnische Bauelemente, Geräte, Anlagen, Systeme, Maschinen und kontrollieren diese Vorgänge. Zu den einschlägigen Branchen gehören neben der Elektro- und Elektronikindustrie auch Mobilfunkbetreiber, Telekommunikationsanbieter, Maschinen- und Anlagenbau, Energiewirtschaft, Auto-, Luft- und Raumfahrtindustrie, Verkehrstechnik, Medizintechnik oder Mikrosystem- und Nanotechnik.

Elektroingenieure arbeiten in Büroräumen mit Bildschirmarbeitsplätzen oder direkt in den Fertigungshallen. In Testlabors und an Prüfständen führen sie beispielsweise Funktionstests neu entwickelter Komponenten durch. Zum Teil sind sie auch im Außendienst an wechselnden Arbeitsorten tätig. Gelegentlich führt sie ihre Tätigkeit auch ins Ausland. Darüber hinaus kann sich die Tätigkeit auch auf den wissenschaftlichen Bereich, also Forschung und Entwicklung an Hochschulen, erstrecken. Der Studiengang Elektrotechnik ist dementsprechend ein sehr spezialisierter Studiengang, der vielfältigste Entwicklungs- und Spezialisierungschancen bietet. Absolventen haben durchweg positive Zukunftsaussichten.
Noch mehr Informationen über die verschiedenen Branchen, Berufsfelder und Karriereaussichten von Elektrotechnikern findest du in unserem Artikel „Berufswelt“.

In diesem Video wird das Studienfach der Elektrotechnik sowie verschiedene Branchen und Karriereaussichten ausführlich vorgestellt.

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