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Duales Studium im Bereich Ingenieurwesen – Weiterführende Infos

In unserem Artikel “Duales Ingenieurstudium” gehen wir ja bereits auf das duale Studium als besonderes und derzeit sehr nachgefragtes Studien- und Ausbildungsmodell ein. Um dir noch weitere Hintergrundinformationen bieten zu können, findest du nachfolgend zusätzliche interessante Fakten und Tipps zum Studium. Denn mittlerweile gibt es so viele duale Studiengänge im Bereich Ingenieurwesen, dass es wichtig ist, sich vor der Studienwahl ausführlich zu informieren, um sich beispielsweise nicht für die falsche Variante zu entscheiden.

Unterschiedliche Varianten

Was viele Studieninteressenten nicht wissen: Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Insgesamt gibt es vier verschiedene Studien- und Ausbildungsformen, von denen sich zwei eher für Schulabgänger und zwei für bereits Berufstätige anbieten:

Für Schulabgänger:
Ingenieurwesen dual studierenVariante 1 – Ausbildungsintegriertes duales Studium: Dies ist die meistgewählte Form. Hierbei wird das Bachelor-Studium mit einer anerkannten betrieblichen Ausbildung verknüpft. Beispiele dafür sind z.B. die Verbindung Duales Studium Maschinenbau und Ausbildung zum Industriemechaniker oder duales Studium Elektrotechnik mit einer Ausbildung zum Elektroanlagenmonteur. Der Vorteil dieser Variante: Man hat nach einigen Jahren nicht nur einen akademischen Hochschulabschluss als Bachelor, sondern auch einen (meist staatlich) anerkannten Berufsabschluss.

Variante 2 – Praxisintegriertes duales Studium: Bei dieser Studienart wird nicht eine Ausbildung absolviert, sondern es werden zahlreiche Praxisphasen im Betrieb durchlaufen. Meistens sind diese Praxisphasen (Langzeitpraktika) in einem Betrieb angesiedelt, es gibt aber auch die Möglichkeit, verschiedene Praktika in unterschiedlichen Unternehmen zu machen. Der Vorteil ist, dass man Praxiserfahrungen in verschiedenen Umgebungen sammeln kann.

Für bereits Berufstätige:
Variante 3 – Berufsintegrierendes duales Studium: Wenn schon ein Berufsabschluss besteht, also beispielsweise eine Ausbildung erfolgreich absolviert wurde, kommt diese Option in Frage. Hierbei reduziert man die Haupttätigkeit im Unternehmen, um zusätzlich ein Studium zu absolvieren. Vereinfacht gesagt: Man arbeitet Teilzeit und studiert Teilzeit. Vorteil des berufsintegrierenden Studiums ist, dass man zum einen noch ein (reduziertes) Gehalt erhält, aber auch genügend Zeit für das Studium hat.

Variante 4 – Berufsbegleitendes duales Studium: Dies ist mit einem Fernstudium vergleichen, bei dem neben dem normalen Job noch abends bzw. in der Freizeit einem Studium nachgegangen wird. Allerdings ist dieses Studienmodell mit dem Arbeitgeber besprochen und man erhält Unterstützung z.B. durch eine Freistellung.

Duales Studium: Was sind Vorteile und Nachteile?

Oftmals wird überschwänglich und begeistert von dem dualen Studienmodell berichtet. Es steht auch außer Frage, dass es einige Vorteile für Studierende und Unternehmen bietet, allerdings sollte man die Nachteile auch nicht außer Acht lassen.

Vorteile:

  • Praxiserfahrung und viele Kontakte. Meist wird man nach dem dualen Studium in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis übernommen.
  • Geld verdienen. Schon während der Studienzeit verdient man Geld, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Allerdings sind natürlich auch keine Reichtümer zu erwarten.
  • Zwei Ausbildungen in kurzer Zeit. Wer sich für ein ausbildungsintegrierendes duales Studium entscheidet, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe und kann eine Berufs- und eine akademische Ausbildung vorweisen.
  • Gute Aufstiegschancen. Durch die Einbindung direkt ins Unternehmen eröffnen sich in vielen Betrieben überdurchschnittliche Karrierechancen.

Nachteile:

  • Wenig Freizeit. Anders als in einem „normalen Vollzeitstudium“ hat man keine mehrmonatigen Semesterferien, sondern nur eine gewisse Anzahl an Urlaubstagen, die meist zwischen 24 und 30 Tagen liegt.
  • (Lern-)Stress: Sowohl während der Studien-, als auch während der Praxisphase müssen zahlreiche Inhalte gelernt werden. Zum Ende der Studienphase werden zudem in kurzer Zeit viele Klausuren geschrieben.
  • Kaum Blick über den Tellerrand. Bei einem dualen Studium ist man sehr auf einen bestimmten Fachbereich und das begleitende Unternehmen festgelegt. Während man sich beispielsweise in einem „normalen Vollzeitstudium“ Maschinenbau erst nach den ersten 2-3 Semestern für einen Schwerpunkt entscheiden muss, ist die Fachrichtung bei einem dualen Studium schon zu Beginn festgelegt.

Darüber hinaus gibt es noch weitere, nicht so gravierende Vorteile und Nachteile, die man in persönlichen Gesprächen mit dualen Studenten (z.B. bei einem Tag der offenen Tür) erfragen kann.

Kann man jeden Studiengang dual studieren?

Nein, nicht jeder Studiengang wird als duales Modell angeboten. Im Bereich Ingenieurwesen gibt es allerdings dutzende verschiedene duale Studienmöglichkeiten, die auf dich warten. Die wohl häufigsten dualen Studiengänge sind Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik und Elektrotechnik.

In unserer Datenbank der dualen Studiengänge findest du alle Studienangebote auf einen Blick. Wenn du noch weiterführende Infos benötigst, empfehlen wir das Portal Wegweiser Duales Studium. Dort gibt es auch eine Studienplatzbörse mit offenen dualen Studienplätzen.

Duales Studium in Ton und Bild

Es gibt auch diverse Videos, die sich mit diesem interessanten Gebiet befassen. Wir haben mal eine Auswahl bereitgestellt.

     
 

     

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