Bauingenieurwesen Studium – Alle Infos zum Bachelor und Master Studiengang
Das Bauingenieurwesen zählt neben dem Maschinenbau und der Elektrotechnik zu den drei klassischen Ingenieurdisziplinen und ist eine der ältesten Berufssparten überhaupt. Die Historie reicht zurück bis in die Antike. Gebaut wurde und wird immer: früher waren es Pyramiden und Burgen, heute sind es Hochhäuser, Tunnel, Klärwerke und Autobahnen. Wer ein Gefühl für Raum hat und sich für seine jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten interessiert, findet vielfältige und spannende Beschäftigungsfelder. Denn Absolventen eine Bauingenieur Studiums gestalten unsere Umwelt. Sie sind ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, die globalen Probleme unserer Zeit zu lösen, z.B. bei
- dem Klimaschutz und der Minimierung von CO2-Emmission u. a. durch die energetische Sanierung von Wohn- und Bürogebäuden sowie im Anlagenbau,
- der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser,
- der Ableitung und Reinigung von Abwasser sowie dem Schutz von Flüssen und Meeren,
- dem sicheren Umgang mit Abfällen, Altlasten und deren Verwertung oder Entsorgung,
- der sicheren und CO2-armen Energieerzeugung und Energieverteilung, insbesondere von alternativer Energie aus Offshorewindparks, Geothermie, Solar- oder Biomassekraftwerken,
- dem Schutz vor Naturgewalten durch Deiche und Dämme oder naturnahen Gewässerausbau,
- der Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels unserer Gesellschaft z.B. im Stadtumbau und -rückbau.
Überblick über den Studiengang Bauingenieurwesen
Auch wenn das Bauingenieurwesen eine praktische Materie ist und man schon mal in Gummistiefeln durch den Baustellenmatsch wandert, baut alles auf der Theorie auf. Einerseits gilt das Studium als das am wenigsten akademische von allen Ingenieurberufen. Auf der anderen Seite sind aber in den ersten vier Semestern des Bachelors die Fächer Mathematik und Informatik allgegenwärtig. Diese Phase gilt als die härteste des Studiums. Neben den Ingenieurgrundlagen aus Mathematik, Physik, Mechanik und Informatik spielen sogar Aspekte aus den Bereichen Recht und Betriebswirtschaftslehre eine Rolle. Auch praxisnahe Vorlesungen wie Baustoffkunde und Konstruktionslehre stehen auf dem Studienplan. Hinzu kommen Grundlagen aus allen Gebieten des Bauingenieurwesens wie der technische Ingenieurbau, die Technische Mechanik, Werkstoffkunde inklusive Bauphysik und -chemie, Baukonstruktion, Bauinformatik, Vermessungskunde, Umwelt und Ökologie und natürlich die allgegenwärtige Statik.
In den höheren Semestern und im Masterstudium können sich die Studenten dann in einer der folgenden Vertiefungsrichtungen spezialisieren. Spätestens hier wird deutlich, dass das Berufsbild der Bauingenieure nicht nur die Planung und Errichtung von Bauwerke umfasst, sondern auch darüber hinaus sehr vielseitig ist:
Konstruktiver Ingenieurbau
Bei dem klassischen Tätigkeitsfeld der Bauingenieure geht es vor allem um Hochbauten wie Wohn- und Gewerbegebäude, Brücken und Türme aus Beton, Stahl und Holz.
Wasserbau, Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft
Dieser Schwerpunkt wird je nach Hochschule auch als Umwelttechnik bezeichnet. Inhalte umfassen vor allem Bauwerke wie Staudämme, Deiche oder Kaianlagen, die Gewinnung und Verteilung von Trinkwasser sowie die Abwasser- und Abfallwirtschaft.
Baubetrieb
Das Fachgebiet befasst sich weniger mit rein technischen oder naturwissenschaftlichen Methoden, sondern mit dem Management von Bauprojekten, der Bauverfahrenstechnik, betriebswirtschaftlichen Aspekten der Bau- und Unternehmensleitung und dem Facility Management.
Verkehr und Raumplanung
Neben der Stadt-, Raum-, und Regionalplanung geht es hier um alles, was mit Mobilität zu tun hat. Von der Verkehrsplanung und -lenkung über den Straßenbau bis hin zum Bau und Betrieb von Eisenbahnanlagen und Flughäfen.
Geotechnik
Dieses Fachgebiet, wird auch Grundbau oder Bodenmechanik genannt. Der Bauingenieur befasst sich hier mit Bauwerken an oder unter der Erdoberfläche. Dazu gehören beispielweise Fundamente und Gründungen, Tunnel, Kanäle, Dämme und das Bauen im Fels.
Studieninhalte
Das Bauingenieurwesen Studium beinhaltet die wissenschaftliche Ausbildung in Baustoffkunde, Bauinformatik sowie in Statik und Baukonstruktion. Du erlernst Methoden, mit denen Du Ingenieurbauten des Hoch- und Tiefbaus planen, berechnen und ausführen kannst. Als Student bzw. Studentin besuchst Du Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen.
Pflichtmodule sind beispielsweise
- Mathematik
- Baustoffkunde und Bauchemie
- Statistik
- Bauentwurf und Baukonstruktion
- Bauinformatik und CAD
- Ingenieurbaustoffe und Straßenbaustoffe
- Festigkeitslehre
- Statik
- Holzbau
- Hydromechanik
- Baubetrieb und Arbeitssicherheit
- Stahlbau
- Geotechnik
- Straßenplanung und städtisches Verkehrswesen
- Bauinformatikund Kommunikation
- Baubetrieb und Brückenbau
- Siedlungswasserwirtschaft
- Straßenbautechnik und Eisenbahnbau
- Wasserwesen
Mögliche Wahlpflichtmodule:
- Baurecht und Bauwirtschaft
- Bauphysik
- Umwelttechnik
Darüber hinaus arbeiten Studenten auch in diesem Studiengang an Projekten mit und nehmen an Exkursionen (z.B. Betriebsbesichtigungen) teil. Praktika, die nicht in den Studiengang integriert sind, leistet man in der vorlesungsfreien Zeit oder vor Studienbeginn ab. Ein praktisches Studiensemester ist auch hier fester Bestandteil des Studiengangs. Es wird meist im 5. oder 6. Semester absolviert. Je nach Hochschule kann das Praxissemester auch im Ausland abgeleistet werden. Angaben zum Inhalt und zum Ablauf sind in den entsprechenden Praktikumsordnungen zu finden.
Zum Abschluss des Erststudiums musst Du eine Bachelor Thesis (Bachelorarbeit) verfassen. Je nach Prüfungsordnung ist auch ein Kolloquium zu belegen. Auch im weiterführenden Bauingenieur Masterstudium, das man natürlich als Ergänzung zum Bachelor belegen kann, ist zum Abschluss eine Thesis zu erstellen.
Berufsoptionen nach dem Abschluss / Tätigkeitsfelder
Bauingenieure entwerfen, planen, konstruieren, begutachten und überwachen Bauwerke aller Art. Sie beraten, koordinieren den Baubetrieb und sind in der Bauaufsicht tätig. Den Schutz vor Gefahren oder unerwünschten Zuständen sowie den Umweltschutz haben sie dabei stets im Blick. Das Zusammenspiel mit Architekten, Ingenieuren anderer Fachrichtungen und sonstigen Baubeteiligten ist ein wesentliches Merkmal für die Arbeitsweise der Bauingenieure. Viele sind selbstständig in Ingenieur- oder Planungsbüros. Hauptsächlich arbeiten Absolventen des Bauingenieurwesen Studiums aber in Hoch- und Tiefbauunternehmen. Weitere potentielle Arbeitgeber sind Firmen für Fertigteile und Baustoffe, der öffentliche Dienst oder Versicherungen. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten außerdem Unternehmen der Verkehrsbranche und Bausoftwareunternehmen.
Die Arbeit selbst dreht sich um Bauwerke aller Art, z. B. Straßen und Brücken, Schienenverkehrswege, Häfen und Flugplätze, Hoch- und Industriebauten, Ver- und Entsorgungsanlagen, Tunnelbauten oder Schifffahrtskanäle. Die Grundlage bilden Baupläne, Aufmaße, Massenermittlungsberechnungen, Gutachten für das Bauvorhaben, einschlägige Bauvorschriften oder Normenwerke. Aber auch elektrooptische Vermessungsgeräte und moderne Baumaschinen gehören zu ihrem Arbeitsalltag. Ein zentrales Arbeitsmittel für die Konstruktion, Kalkulation und Berechnung ist die EDV.
Als Bauingenieur arbeitet man vorwiegend in folgenden betrieblichen Funktions- und Aufgabenbereichen:
- Angebotswesen, Kalkulation
- Forschung, Entwicklung
- Konstruktion
- Kundendienst, Kundenservice
- Lagerwirtschaft, Materialwirtschaft, Versand
- Management, Unternehmensführung
- Marketing, Werbung
- Organisation, Planung
- Vertrieb, Verkauf
Darüber hinaus kann sich die Tätigkeit auch auf folgenden Bereich erstrecken:
- Aus- und Weiterbildung
Wie du siehst: Der Studiengang Bauingenieurwesen eröffnet dir vielfältigste Jobmöglichkeiten. In unserer Datenbank findest du alle entsprechenden Studiengänge übersichtlich aufgelistet.
