TAE

Wie finde ich die richtige Uni / FH? Eine Anleitung zum Finden der passenden Hochschule.

Du weißt, was du studieren möchtest und hast dir auch schon überlegt, welche Art Bildungseinrichtung für dich in Frage kommt? Dann kommt der nächst Schritt: Die Auswahl der konkreten Hochschule(n) für die Bewerbung bzw. Einschreibung. Auf den ersten Blick fällt sie schwer: Im Wintersemester 2010/11 gab es bundesweit insgesamt 415 Hochschulen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Neben den 106 Universitäten sind 207 Fachhochschulen registriert. Das verbleibende knappe Viertel entfällt auf weitere Einrichtungen wie z. B. Kunst-, Film- und Musikhochschulen. Bei dieser Aufstellung sind weitere duale Hochschulen und Fernhochschulen noch gar nicht berücksichtigt. Doch keine Sorge, es gibt gute Recherchemöglichkeiten, sodass es gar nicht so schwer ist, das Passende zu finden.

Das Internet nutzen

Eigentlich ist es schon selbstverständlich: Wer heute etwas sucht, geht über das Internet. Doch gerade weil dies ein Tummelplatz für alle möglichen gewerblichen, privaten und staatlichen Anbieter ist, sollte man die verlässlichen Quellen kennen. Die Suche über Tools wie Google kann schnell zur passenden Hochschule führen, wenn du zum Beispiel den gewünschten Studiengang im Bereich Ingenieurwesen eingibst (z. B. „Maschinenbau“) und möglichst das gewünschte Format (z. B. „Fachhochschule“). Derzeit erscheinen dabei als Treffer auf der ersten Seite gleich mehrere Beispiele wie Münster, Bochum, Flensburg, Coburg. Außerdem gelangst du auf diese Weise zu Webseiten, die kompakte Informationen zum speziellen Studienfeld bieten, wie beispielsweise genau die Seite, auf der du dich im Moment befindest. Sicherlich hast du schon gesehen, dass du gerade nur einen Klick weit von Infos zu Studiengängen und Hochschulen im Bereich Ingenieurwesen entfernt bist (siehe Navigation auf der linken Seite).

Auch Portale wie www.studienwahl.de und http://www.hochschulkompass.de führen zu konkreten Beispielen, indem man den gewünschten Studiengang als Suchbegriff eingibt. Soweit, so gut. Allerdings erhältst du auf diese Weise natürlich immer noch eine Auswahl verschiedener Hochschulen. Welche davon ist nur die beste?

Die Suche weiter eingrenzen

Bei der Entscheidung können persönliche Beweggründe eine Rolle spielen, etwa eine bevorzugte Stadt oder die Nähe zum Heimatort. Der eine möchte vielleicht in Hamburg studieren, um auch die Vorzüge der Metropole nutzen zu können, die andere denkt an eine „typische“ Studentenstadt wie Freiburg oder Göttingen, der nächste muss aus finanziellen Gründen weiterhin bei den Eltern in Nürnberg wohnen, sodass nur der Bereich Nürnberg-Erlangen in Frage kommt. Auch Partnerschaften können eine Rolle spielen (Thema Wochenendbeziehung). Dies sind natürlich alles verständliche Ambitionen, doch sollte man sie kritisch hinterfragen bzw. überlegen, wo sich vielleicht Kompromisse finden lassen. So sind die Mieten in den begehrten Großstädten oft sehr hoch bzw. es ist schwierig, überhaupt eine Bleibe zu finden. Es kann sinnvoller sein, solch einen Umzug auf die Zeit nach dem Studium zu verschieben. Der Start fällt dann, im Idealfall mit Festanstellung und gutem Gehalt, umso leichter.

Inhalte und Studienpläne vergleichen

Grundsätzlich sollte das Studium bzw. dessen Qualität ganz vorne stehen, da es eine Entscheidung ist, die entscheidend für das gesamte Leben sein kann. Wenn du bereits eine überschaubare Auswahl an Bildungsanbietern zusammengetragen hast, ist es sinnvoll, sich deren Homepages genauer anzusehen bzw. Infomaterialien anzufordern. Studienpläne und Inhalte können sehr unterschiedlich sein. So können im Maschinenbau je nach Hochschule Vertiefungen wie Erneuerbare Energien, Flugzeugbau oder Produktionstechnik gewählt werden. Dies alles sagt indes wenig über die Qualität des Studiums aus. Hier helfen Erfahrungsberichte von Studierenden weiter, die in verschiedenen Foren zu finden sind. Für einen objektiven Eindruck sollte man natürlich möglichst viele Meinungen einholen. Eine gute Möglichkeit sind auch die Bewertungen in Hochschulrankings.

Sich persönlich informieren

Nichts kann dir so gut ein Gefühl für deine Studienwahl geben, wie ein persönliches Gespräch bzw. die persönliche Recherche vor Ort. Da du natürlich nicht alle Hochschulen deutschlandweit abfahren kannst, bieten spezielle Abi- und Berufsmessen eine optimale Möglichkeit, sich viele Studienoptionen auf einen Blick anzuschauen. Empfehlenswert sind Messen wie Einstieg, azubi- und studientage, Horizon, Vocatium, Stuzubi, Startschuss Abi. Dazu gibt es zahlreiche regionale, kleinere Messen. Google und die Tageszeitungen helfen einem bei der Suche nach den Messen und Terminen weiter.

Einstieg MesseLinktipp: Termine der EINSTIEG Messen

Hochschulrankings nutzen

Es gibt verschiedenste Rankings, die den bundesweiten, europaweiten oder sogar weltweiten Vergleiche erlauben. Dabei werden unterschiedliche Kriterien berücksichtigt, es gibt z. B. fachspezifische Rankings in Mathe und Chemie. Eine bekannte Option ist das Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Es bewertet unter anderem Indikatoren wie das Vorhandensein von Erasmus-Mundus-Mastern oder Marie-Curie-Projekten und die Frage, ob Forscherinnen oder Forscher am Fachbereich einen ERC-Grant oder einen Nobelpreis erhielten. Das CHE-Ranking bietet zudem die Möglichkeit, wahlweise nach dem „Quick Ranking“ oder dem „Ranking Kompakt“ vorzugehen. Ersteres beantwortet die Frage, welche Hochschulen nach den persönlich gewählten Kriterien gut abschneiden. Letzteres ermöglicht das Vorgehen nach Studienfächern. Beim Klick auf den jeweils gefundenen Hochschulnamen gelangt man schließlich auf eine Infoseite mit weiteren Details. Neben CHE gibt es im Internet aber auch noch viele andere Varianten. Viele Hochschulen führen auf ihrer Homepage auch selbst detailliert auf, wo sie im (inter)nationalen Vergleich stehen, zum Beispiel die Technische Universität Berlin. Allerdings sind Rankings auch kein Allheilmittel und sollten immer kritisch hinterfragt werden bzw. niemals der einzige Grund sein, sich für die eine und gegen die andere Uni oder FH zu entscheiden.

Das Schnupperstudium

Bei allen Daten und Fakten – der persönliche Eindruck gehört dazu. Wenn es möglich ist, solltest du dir die Hochschulen, die in die engste Wahl gekommen sind, einmal ansehen. Zum Einen kannst du auf diese Weise die Beratung vor Ort nutzen (Sprechzeiten erfragen bzw. Termin vereinbaren!), mit Dozenten und Studierenden sprechen, einen Blick in die Räumlichkeiten werfen und vieles mehr. Zum Anderen ist es in der Regel auch möglich, als Gasthörer bzw. Schnupperstudent an Vorlesungen teilzunehmen. Manche Hochschulen bieten auch spezielle Bewerber- oder Schnuppertage mit umfassendem Programm an.

Eine Rangliste erstellen

Mit der Zeit lichtet sich der Dschungel der Informationen und es kristallisieren sich einige Hochschulen heraus, die deinen Vorstellungen besonders entsprechen. Nun kannst du z. B. eine „Top Five“ zusammenstellen. Es ist wichtig, mehrere Möglichkeiten herauszusuchen und nach Prioritäten zu ordnen, zumindest, wenn es ein Zulassungsverfahren gibt. Mindestens drei Optionen sollten es schon sein. Übrigens kannst du dieses Kriterium bereits bei der Auswahl berücksichtigen: Erfüllt z. B. dein Abitur-Notendurchschnitt den gängigen Numerus Clausus (NC) ganz und gar nicht, fallen Hochschulen mit entsprechender Zugangsvoraussetzung schon einmal weg. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der NC von Jahr zu Jahr schwanken kann.

Anhand der Rangliste kann es nun losgehen: Auch die Bewerbung für einen Studienplatz ist heute vielfach online möglich. Wir wünschen viel Erfolg!

Empfiehl uns weiter: