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Erfahrungsbericht: Bachelor Druck- und Medientechnik und Master Printmedien, Technologie und Management an der Hochschule München

Erfahrungen StudiumRebecca hat sich für zwei Ingenieurstudiengänge entschieden, die eine große Schnittstelle zum Bereich der Medien haben. Zuerst hat sie nämlich an der Hochschule München den Bachelor Druck- und Medientechnik absolviert und sich dann mit dem Master Printmedien, Technologie und Management noch weiter spezialisiert. Wir wollten mehr über ihren Studienweg erfahren und Rebecca hat netterweise unsere Fragen beantwortet.

Hallo Rebecca, vielen Dank, dass wir dich zu deinem Studium befragen dürfen. Zuerst möchten wir etwas über deine Studienwahl erfahren. Wie kamst du zu der Entscheidung, ein Studium im Ingenieurbereich zu beginnen?

In der Grundschule und auf dem Gymnasium war ich schon immer in den naturwissenschaftlichen Fächern besser als in den sprachlichen. Mathematik hat mir, im Gegensatz zu den meisten meiner Mitschüler, Spaß gemacht. Nach einem kurzen Praktikum im Technikbereich der Lufthansa in München hatte ich Blut geleckt und wusste, dass ich später einen Ingenieurberuf erlernen will. Mir fällt Lernen grundsätzlich eher leicht, deswegen stand der Beginn eines Studiums für mich außer Frage.

Du hast dich ja als erstes für den Bachelor Druck- und Medientechnik entschieden. Wieso für diesen Studiengang und wieso an der Hochschule München?

Nach meinem Abitur war ich unentschlossen, was genau ich studieren oder tun will. Ein befreundeter Mediengestalter hat mir damals von seinen Aufgaben im Alltag erzählt. An sich fand ich den Beruf sehr interessant, wusste aber, dass ich dem täglichen Druck, kreativ sein und etwas gestalten zu müssen, nicht gewachsen bin und mir gleichzeitig der Tätigkeitsbereich auf Dauer zu monoton erschien. Auf Google habe ich dann nach ähnlichen Berufsbildern gesucht und bin auf die Internetseite der Hochschule München auf den Studiengang Druck- und Medientechnik gestoßen. Vor allem erstaunt hat mich die breite Vielfalt an Fächern und Studieninhalten. Da ich eh in meiner Heimatstadt bleiben wollte, habe ich am nächsten Tag meine Bewerbungsunterlagen abgeschickt.

Gehen wir direkt mal auf dein Bachelorstudium ein. Bitte sei so nett und erlaube uns einen Blick hinter die Kulissen. Was sind die Studieninhalte? Was lernt man in einem Druck- und Medientechnik Studium?

Als ersten Anhaltspunkt kann man das Studium als eine Art Wirtschaftsingenieur-Studium mit besonderem Fokus auf die Druckbranche sehen. Allerdings ist es jedes Jahr – Studienbeginn nur zum Wintersemester – dasselbe Spiel: ca. 100 – 150 Neuankömmlinge sind in den ersten Wochen anwesend, woraufhin etwa 30 % erst dann feststellen, dass es sich um einen Ingenieurstudiengang handelt, d.h. das Thema „Druck“(-technik“) weit mehr im Vordergrund steht als die „Medien“. Gerade in den ersten Semestern werden neben Marketing, Logistik, Medienkonzeption oder Rechnungswesen auch Module gelehrt wie Mathematik, Chemie, Physik und Informatik. Alles jedoch auf relativ niedrigem Niveau für einen Ingenieurstudiengang. Geschätzt entsprechen mind. 80 % der naturwissenschaftlichen Inhalte denen der FOS / BOS Technik oder dem Gymnasium.

Hinzu kommen gezielte Druckbranchen-spezifische Fächer (Druckvorstufe, -machinentechnik, -weiterverarbeitung). Auch allgemein versuchen alle Professoren einen Bezug zur Druckbranche herzustellen, seien es Kooperationen mit Verlagen (Süddeutscher Verlag), traditionellen (Heidelberger Druckmaschinen, Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen) oder außergewöhnlichen Druckereien (Giesecke & Devrient, Druckerei von Banknoten) oder Projekte in diesen Bereichen. Durch die vielen Exkursionen bekommt man früh einen Einblick in kleine aber auch große Betriebe, wodurch sich nicht selten Praktika oder Werkstudentenjobs vermitteln lassen. Alles in allem ist es ein guter Mix an Studieninhalten, zumindest, wenn man sich bewusst ist, dass es sich immer noch um einen Ingenieurstudiengang handelt und um die auch technischen Inhalte weiß. Eine bestimmte Anzahl an Fächern, bzw. ETCS, kann jeder selbst entscheiden, welche Module er wählt. Gerade Frauen wählen hierbei viele Fächer im Marketing-Bereich, wodurch man sich sozusagen spezialisieren kann.

Nach dem Bachelor war für dich ja noch nicht Schluss mit Studieren und du hast den Master Printmedien, Technologie und Management ebenfalls an der Hochschule München begonnen. Stellen wir uns darunter richtigerweise eine Spezialisierung, aufbauend auf deinem Bachelor, vor? Was lernt man in diesem Master?

Der Master, bei dem ich gerade das erste von zwei theoretischen Semestern zu Ende gebracht habe (für das dritte Semester ist nur noch die Masterarbeit vorgesehen), schließt im Prinzip nahtlos an den Bachelor an. Bereits im sechsten und siebten Semester des Bachelors wird ein großes Augenmerk auf selbstständiges Arbeiten, sprich Projektarbeit, gelegt. Auf diesen Aspekt wird im Master besonders Wert gelegt. Ziel ist es, den Weg in die Arbeitswelt, die gerade in dieser Branche oft aus Projekten besteht, zu erleichtern. Auch hier kann man zwischen mehreren Projekten wählen, bzw. sich seinen persönlichen Schwerpunkt setzen.

Was sind eigentlich typische Arbeitsfelder für Absolventen dieser Studiengänge?

Will man in der Druckbranche bleiben, gibt es die Möglichkeit, gezielt in große Herstellerunternehmen oder Forschungseinrichtungen zu gehen. Ich denke jedoch, dass die Mehrheit sich breit fächert bzw. ein wenig umorientiert. Abteilungen wie Marketing, Vertrieb, Logistik oder Einkauf hat jedes Unternehmen, unabhängig seiner Produkte. Ich persönlich durfte bisher folgende Firmen kennenlernen:

  • allbuyone – kleines Unternehmen, das u.a. großformatige Druckprodukte vertreibt (ca. 12 Mitarbeiter): Praktikum im Bereich Druck und Druckgrafik sowie Online-Marketing
  • Giesecke & Devrient – die oben erwähnte Druckerei von Banknoten, die aber auch Sicherheitslösungen für Chip- oder SIM-Karten anbieten (Standort ca. 1.300 Mitarbeiter): Werkstudententätigkeit im Bereich Markeing und Vertrieb Operations
  • Océ – Hersteller für Produktionsdrucksysteme bzw. Digitaldruckmaschinen (Standort ca. 1.100 Mitarbeiter): Bachelorarbeit im Bereich Einkauf
  • MAN – Hersteller von Bussen, LKW und Dieselmotoren (Standort ca. 250 Mitarbeiter): Werkstudententätigkeit im Bereich Corporate Communications

Unsere letzte Frage: Für wen würdest du denn ein Studium im Bereich Druck- und Medientechnik bzw. Printmedien, Technologie und Management empfehlen? Welcher Typ sollte man sein und welche Interessen sollte man mitbringen?

Man sollte offen sein für neue Medien, gerade in die Richtungen Kommunikation und Social Media. Eine Affinität zur Druckbranche muss zwar nicht von Beginn an vorhanden sein (war bei mir auch nicht der Fall), aber auch hier gilt, dass man offen sein und wahres Interesse am Studium haben sollte (ist ja nicht mehr selbstverständlich).
Jeder, der genau weiß was er später machen will, sollte den Wunschberuf direkt erlernen. Wer sich jedoch nicht auf eine gezielte Tätigkeit oder Branche festlegen will, für den ist das Studium perfekt. Druckunternehmen, Forschungseinrichtungen, Agenturen, Verlage oder Technikkonzerne, das bleibt jedem selbst überlassen.

Wer sich auch nach zwei oder drei Semestern absolut nicht für die Entwicklung der Druckbranche interessiert oder noch nicht weiß, dass Zeitungen im Offset-Verfahren hergestellt werden, weiß zumindest, dass er das falsche Studium gewählt hat. Wirklich schwer, so wie ich mir einen Ingenieur-Studiengang immer vorgestellt habe, ist Druck- und Medientechnik an der Hochschule München jedenfalls nicht (Abschlussnote Abitur: 2,6; Abschlussnote Bachelor: 1,8).

Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass im Vergleich zur chaotischen Bürokratie und Hektik der LMU (bezüglich Fächerwahl und „wo bekomme ich welche Informationen her?“), an der Hochschule München alles recht einfach und geregelt abläuft. Auch der Stundenplan ist größtenteils festgeschrieben bzw. sofern sie denn zur Auswahl stehen, bekommt jeder die Module seiner Wahl und hat keine Probleme mit zu vollen Kursen. Diese eher an die Schuhe erinnernde Organisation mag Vor- sowie auch Nachteile haben. Bei mir persönlich haben aber jederzeit die Vorteile des Bachelor- und Master-Studiums überwogen. Für mich war dieses Studium die perfekte Wahl.

PS: Print is not dead!

Rebecca, vielen Dank für die ausführlichen Antworten rund um dein Studium. Wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft.

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