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Erfahrungsbericht: Bachelor Maschinenbau an der Fachhochschule Düsseldorf

Erfahrungen StudiumKaum hat Christoph im Jahr 2012 sein Bachelorstudium in Maschinenbau beendet, geht es auch schon weiter mit dem Lernen. Ab September will er ein Masterstudium absolvieren und seinen Schwerpunkt „Produktion“ aus dem Bachelor Maschinenbau somit weiter vertiefen. Vor seinem Bachelor hatte Christoph bereits eine Ausbildung zum Mechatroniker erfolgreich absolviert und auch während der Studienzeit weiter Praxiserfahrungen gesammelt. Für uns hat er sich die Zeit für ein Interview genommen und gibt einen ausführlichen Einblick in seine Studienzeit.

Hallo Christoph, vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser Interview nimmst. Wie kamst du eigentlich auf die Idee, nach der Ausbildung noch ein Studium zu absolvieren?

Ich wollte immer schon weiter nach vorne im Berufsleben und nicht die nächsten 30 oder 40 Jahre als Mechatroniker im Schichtdienst arbeiten. Die Ausbildung war für mich nach dem Abschluss der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums eigentlich von Beginn an der Weg einer beruflichen Grundlage und die Gewinnung der Studienvoraussetzung. Außerdem halte ich es im Ingenieurwesen für eine der besten Voraussetzungen, eine Berufsausbildung zu haben und somit viele Arbeitsbereiche selbst praktisch erlernt zu haben und nicht nur aus dem Studium theoretisch zu kennen.

Die Auswahl an Studiengängen im Bereich Mechatronik und Maschinenbau ist ja wirklich groß. Warum hast du dich für den Bachelor Maschinenbau an der FH Düsseldorf entschieden?

Da ich auch meine Ausbildung in der Produktion absolviert habe, wollte ich auch im Studium diesen Weg wählen. Die FH Düsseldorf bietet mit dem Studiengang Maschinenbau (Produktentwicklung und Produktion) hierfür eine gute Voraussetzung, da man sich selbst auf eine der beiden Richtungen vertiefen kann und dennoch alle fundierten Kenntnisse aus dem anderen Bereich gewinnt.

Bitte sei so nett und gib uns einen Einblick in deinen Studienablauf. Was sind die Studieninhalte? Welche Schwerpunkte kann man wählen oder setzen? Wird viel praktisch gearbeitet oder eher theoretisch gelernt? Wie ist die Studienatmosphäre?

Der Studienablauf ist, bis auf die Auswahl von zwei bis drei Wahlfächern (je nach Studienordnung), durch den Bologna-Prozess und die Einführung des Bachelors sehr stark vorbestimmt und wenig selbst zu gestalten. Der Studienablauf ist also eher, wie man es aus der Schule kennt und nicht, wie man sich ein selbstbestimmtes Studium vorstellt.
Die Studieninhalte decken im Großen und Ganzen alle notwendigen Grundlagen und Vertiefungen ab die man im Ingenieurwesen des Maschinenbaus benötigt. Was mir persönlich immer gefehlt hat, war die oben bereits angesprochene Selbstbestimmung und das daraus resultierende „Korsett“ des Stundenplans. Die Studieninhalte an sich sind:

  • Mathematik und Informatik
  • Naturwissenschaftliche Grundlagen
  • Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen
  • Fachspezifische Vertiefungen (Werkstofftechniken)
  • Fertigungstechniken
  • Produktionsmanagement / Managementtechniken
  • Fremdsprachen
  • Konstruktion

Die Schwerpunkte, die man setzen kann, sind entweder Produktentwicklung oder Produktion, die Unterschiede liegen jedoch ausschließlich in der Wahl der Wahlfächer und des Praktikums sowie der Bachelor-Thesis. Es gibt ebenfalls die Fachrichtung Prozess-, Energie- und Umwelttechnik, dazu kann ich jedoch nichts sagen.

Der praktische Bereich im Studium hat sich durch die Umstellung auf einen 7semestrigen Studienverlauf verbessert, da nun ein 1semestriges Praktikum absolviert wird und nicht mehr nur 12 Wochen. Im Studium selbst werden mehrere Praktika absolviert, hier werden verschiedene Versuche aus unterschiedlichen Bereichen durchgeführt und bearbeitet, z.B. Werkstofftechnik: Zugversuch.

Die Studienatmosphäre hängt stark von einem selbst ab und inwieweit man sich mit seinen Mitstudenten versteht. Die Atmosphäre zwischen Studenten und Professoren bzw. Mitarbeitern ist auch abhängig von den Studenten, es kann ein anonymes Nebeneinander geben, oder man engagiert sich als Student und sucht den Dialog, dann ist die Atmosphäre insgesamt sehr gut und die Professoren und Mitarbeiter sind stets bereit einem weiter zu helfen und zu unterstützen.

Welche Jobs stehen einem eigentlich offen, wenn man solch ein Studium absolviert hat, wie du es tust?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten, im Grunde liegt auch das am Studierenden bzw. Absolventen. Ich persönlich sehe jedoch auch in der Job-Wahl ein Problem durch den Bologna-Prozess und die Umstellung auf den Bachelor. In vielen Unternehmen ist die Qualifikation des Bachelorstudiums noch nicht so angekommen wie es im Fall des Dipl-Ing. war. Im Prinzip kann man in allen ingenieurwissenschaftlichen Bereichen in Lehre, Forschung und Industrie arbeiten, ganz nach Interesse. Der Einstieg als Bachelor ist zwar nicht schwieriger, da viele Unternehmen suchen, man muss als Bachelor jedoch bereit sein, evtl. etwas niedriger in ein Unternehmen einzusteigen, als man es als Dipl.-Ing. hätte tun können.

Was sagst du eigentlich zu den Gerüchten, die in den verschiedenen Foren zum Thema Maschinenbau Studium kursieren? Ist das Studium so schwer, wie oft vermutet wird? Kommt soviel Mathe darin vor?

Man muss sich bewusst sein, dass ein ingenieurwissenschaftliches Studium nicht leicht ist, es gibt auch viel Mathe, einerseits als konkretes Fach Mathematik, andererseits kommt in vielen anderen Fächern auch angewandte Mathematik vor. Man sollte sich einfach vorher darüber klar werden, mit welchen mathematischen Inhalten man sich im Studium beschäftigt und diese noch mal selbst vertiefen, z.B. im Mathe-Vorbereitungskurs, der an vielen Hochschulen angeboten wird. Man sollte nicht davon ausgehen, dass einem die schulische Vorbildung in Mathe reicht. Klar gibt es auch welche, bei denen das so ist, doch das ist wirklich eine Ausnahme. Man sollte auch bedenken das es viele Studienabbrecher wegen Mathe gibt, gerade im Ingenieurstudium, und man viel Zeit investieren muss. Im Grundstudium würde ich die Fächer Mathematik 1 & 2 als schwerste Fächer bewerten, an denen die meisten Studenten scheitern und kapitulieren.

Grundsätzlich muss man einfach sagen, ein Maschinenbaustudium ist nicht leicht, man muss Zeit und Fleiß investieren wenn man ein gutes Studienergebnis erzielen will. Man sollte sich auch darauf gefasst machen, den ein oder anderen Rückschlag zu erleben. Ich persönlich habe für beide Matheprüfungen jeweils drei Versuche benötigt, um sie zu bestehen. Das hat mich jedoch nur weiter motiviert und mich angespornt, es zu schaffen.

Eine letzte Frage: Was sind deine Tipps für Studieninteressenten? Wie sollte man die Studienwahl angehen und worauf sollte man achten, bevor man sich irgendwo einschreibt? Für wen ist ein Ingenieurstudium überhaupt geeignet?

Als Studieninteressierter sollte man im Voraus darüber klar werden, was man im Beruf machen will und wie man das erreichen will. Unis sind hier eher theoretisch ausgerichtet und FH’s eher praktisch.

Beim Angehen der Studienwahl sollte man seine eignen Stärken und Interessen berücksichtigen und ebenfalls seine Berufsziele im Auge behalten. Es gibt dafür aber auch kein Patentrezept, am Ende muss hier jeder seine eigene Entscheidung treffen und seinen eigenen Weg finden.

Jeder der ein Ingenieurstudium absolvieren will, braucht ausreichend Engagement und Motivation. Wichtig ist auch Durchsetzungsvermögen und die eigene Klarheit darüber, dass man viel Zeit und Arbeit in das Studium investieren muss.

Lieber Christoph, vielen Dank für deine super Antworten rund um deinen Bachelor Maschinenbau an der FH Düsseldorf. Wir wünschen dir viel Erfolg auf dem weiteren Karriereweg.

Grundsätzlich kann jeder ein Ingenieursstudium angehen und erfolgreich absolvieren. Ich wünsche jedem der diesen Weg gehen will viel Erfolg und an der ein oder anderen Stelle das nötige Quentchen Glück. Schreckt nicht zurück ein solches Studium anzugehen, wir brauchen gute Ingenieure in Deutschland.

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