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Berufe nach dem Elektrotechnik Studium: Serviceingenieur

Erfahrungsberichte Ingenieure BerufslebenWelche Berufe kann man eigentlich nach einem Ingenieurstudium ausüben? Nicht nur, dass es dutzende unterschiedliche Ingenieur-Studiengänge gibt, von Elektrotechnik bis Vertriebsingenieurwesen – es gibt auch nach dem Abschluss eines Studiengansg die unterschiedlichsten Berufsfelder. Wir möchten dir einen besseren Einblick in das Berufsleben bieten und haben bei berufstätigen Ingenieuren nachgefragt.

Erfahrungsbericht Serviceingenieur WohlgemuthNachfolgend findest du einen Erfahrungsbericht von Torsten Wohlgemuth. Er hat ein duales Studium Elektrotechnik an der HWR Berlin absolviert und ist nun als Serviceingenieur rund 40 Wochen pro Jahr unterwegs. In seinem Interview berichtet er von seinem Studium und gibt hilfreiche Tipps für Studienanfänger.



Lieber Herr Wohlgemuth, Sie haben Ihren Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik gemacht. Wie kam es zu der Entscheidung, diesen Studiengang zu wählen?

Beruf ServiceingenieurNach einer Berufsausbildung zum Werkzeugmechaniker und mehrjähriger Tätigkeit als Maschinenbediener reifte in mir der Entschluss, mich beruflich weiterzuentwickeln. Durch privates Interesse an Elektronik und den Selbstbau von Hifi-Verstärkern, sowie Tätigkeiten im Arbeitsalltag wie Steuerungsprogrammierung und Austausch elektronischer Maschinenbauteile wollte ich ein Studium in die Richtung Mechatronik beginnen.

Aus finanziellen Gründen war ich auf ein duales Studium angewiesen. Da ich in Berlin studieren wollte, kam im Jahr 2010 nur ein Studium der Elektrotechnik in Frage, Mechatronik wurde nicht dual angeboten, das Elektrotechnikstudium ergänzte sich aber gut mit meinem mechanischen Berufsabschluss.

Viele stellen sich die Frage, ob ein Ingenieurstudium schwer ist – wie haben Sie es empfunden?

Beruf ServiceingenieurWie anspruchsvoll ein Studium ist, hängt von den Grundvoraussetzungen des Studenten und von der Hochschule ab. Durch meinen Berufsabschluss hatte ich schon ein technisches Grundverständnis und da ich auch älter als viele meiner Kommilitonen war, war meine Einstellung zum Studium ganz anders.

Ich persönlich empfand das Studium nicht als zu schwer, es war noch Freizeit vorhanden. Man sollte sich aber schon bewusst machen, dass man sich reinhängen muss, Vorlesungen nachbereiten sollte und das Lernen nicht nur auf den Prüfungszeitraum beschränken darf.

Auch sollte man sich vor dem Studium bewusst machen, dass man den Beruf vielleicht bis zur Rente ausüben wird. Es gab Kommilitonen, die das Studium mit mir abgeschlossen haben, aber diesen Studiengang nicht noch einmal wählen würden.

Heute arbeiten Sie als Serviceingenieur – was können wir uns denn unter Ihrem Beruf vorstellen? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Beruf ServiceingenieurIch bin über einen Ingenieurdienstleister als Serviceingenieur für ein Hamburger Maschinenbauunternehmen im weltweiten Einsatz tätig. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und interessant, man ist aber auch bis zu 40 Wochen im Jahr unterwegs.

Mein Aufgabenbereich ist der elektrische Aufbau von Maschinen beim Kunden, die Einrichtung der Steuerung und das Anfahren der Produktion. Weiterhin führe ich Wartungsarbeiten und hin und wieder auch Reparaturen durch.

Während des dualen Studiums lernte ich auch die Tätigkeit als Planer von elektrischen Grossanlagen kennen, ich bevorzuge aber die Arbeit beim Kunden vor der Büroarbeit.

Was würden Sie Studierenden raten, die noch am Anfang Ihres Elektrotechnik-Studiums stehen?

Beruf ServiceingenieurMan darf sich nicht unterkriegen lassen, eine Nachprüfung ist keine Schande – dann sollte man es aber können.

Ein duales Studium oder ein Nebenjob in der Elektroindustrie ist immer zu empfehlen, denn bei den Bewerbungen nach meinem Studium wurde stets deutlich, dass Arbeitgeber viel Wert auf praktische einschlägige Erfahrung legen.

Wie bei vielen Studiengängen hat man auch beim Ingenieurstudium einen Vorteil, wenn man gut lernen kann, man sollte aber auch technisches Verständnis mitbringen.

Beim Bewerben nach dem Studium wurde deutlich, dass es viele Firmen als Risiko ansehen, einen Absolventen einzustellen und meistens nur Praktika anbieten, auch wenn man schon Berufserfahrung hat. Deshalb ist es besonders wichtig, sich während des Studiums einen passenden Nebenjob zu suchen oder in der Firma seiner Wahl das Praxissemester zu absolvieren und damit gleich einen problemlosen Berufseinstieg bekommen zu können.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg auf dem Berufs- und Lebensweg.

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